Boltzmann-Gehirn
Ein Gehirn, das durch zufällige Quantenfluktuationen im leeren Universum entsteht — und alles nur halluziniert.
Was ist Boltzmann-Gehirn?
Ein Gehirn, das durch zufällige Quantenfluktuationen im leeren Universum entsteht — und alles nur halluziniert.
Das Boltzmann-Gehirn ist ein Gedankenexperiment aus der statistischen Thermodynamik, das zu den verstörendsten Ideen der modernen Physik gehört. Benannt nach dem Physiker Ludwig Boltzmann, basiert es auf folgender Überlegung: In einem unendlich alten oder unendlich großen Universum ist es statistisch unvermeidlich, dass zufällige Quantenfluktuationen irgendwann ein vollständiges, funktionierendes Gehirn erzeugen, komplett mit falschen Erinnerungen an ein Leben, das nie stattgefunden hat. Das Problem ist, dass in den meisten kosmologischen Modellen solche zufälligen Gehirne weit häufiger entstehen sollten als echte Gehirne, die durch Sterne, Planeten und Evolution produziert werden.
Wenn das stimmt, dann ist es statistisch wahrscheinlicher, dass du ein Boltzmann-Gehirn bist, das im leeren Raum schwebt und sich ein Leben einbildet, als ein echtes Wesen auf einem echten Planeten. Das Boltzmann-Gehirn-Problem ist kein esoterischer Witz, sondern ein ernsthaftes Problem in der Kosmologie. Modelle, die zu viele Boltzmann-Gehirne vorhersagen, gelten als inkonsistent und werden von Physikern verworfen. In der Science Fiction wird das Konzept selten direkt aufgegriffen, aber es berührt dieselben Fragen wie die Simulationstheorie: Woher weißt du, dass deine Realität echt ist?
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