Konzept

Grey Goo

Das Endzeitszenario unkontrollierter Nanoroboter, die alle Materie in Kopien ihrer selbst umwandeln.

Was ist Grey Goo?

Das Endzeitszenario unkontrollierter Nanoroboter, die alle Materie in Kopien ihrer selbst umwandeln.

Grey Goo (grauer Schleim) beschreibt ein hypothetisches Szenario, in dem sich selbstreplizierende Nanoroboter außer Kontrolle geraten und sämtliche Materie auf der Erde in weitere Kopien ihrer selbst umwandeln. Der Begriff wurde 1986 von Eric Drexler in Engines of Creation geprägt.

Das Szenario funktioniert durch exponentielle Vermehrung. Ein einziger Nanobot, der sich alle 100 Sekunden verdoppelt, könnte theoretisch innerhalb weniger Stunden die gesamte Biosphäre konsumieren. Die Erde würde zu einer gleichförmigen grauen Masse aus Billionen identischer Maschinen.

In der Science Fiction erscheint Grey Goo in verschiedenen Formen. Michael Crichtons Prey (2002) zeigt einen Schwarm entkommener Nanobots, der eigene Intelligenz entwickelt. In der Warhammer-40.000-Welt sind die Necrons von einer ähnlichen Technologie durchdrungen. Alastair Reynolds nutzt in seiner Revelation-Space-Serie Inhibitoren, die als kosmische Grey-Goo-Variante ganze Zivilisationen auslöschen.

Drexler selbst hat das Konzept später relativiert. Er argumentierte, dass sich selbstreplizierende Nanobots technisch kaum realisieren ließen, weil sie gleichzeitig Rohstoffe finden, Energie gewinnen und sich selbst montieren müssten. Als Gedankenexperiment bleibt Grey Goo trotzdem ein mächtiges Bild für die Risiken unkontrollierter Technologie.