Großvater-Paradoxon
Das berühmteste Zeitreise-Paradoxon: Was passiert, wenn man in die Vergangenheit reist und seinen eigenen Großvater tötet?
Was ist Großvater-Paradoxon?
Das berühmteste Zeitreise-Paradoxon: Was passiert, wenn man in die Vergangenheit reist und seinen eigenen Großvater tötet?
Das Großvater-Paradoxon ist das Standardbeispiel für die logischen Probleme der Zeitreise und wurde erstmals 1931 vom Science-Fiction-Autor René Barjavel in 'Le Voyageur imprudent' formuliert. Die Frage ist simpel: Wenn man in die Vergangenheit reist und seinen Großvater tötet, bevor er Kinder zeugt, kann man selbst nie geboren werden. Aber wenn man nie geboren wird, kann man nicht in die Vergangenheit reisen, um den Großvater zu töten. Also lebt der Großvater, also wird man geboren, also reist man zurück...
Dieser logische Zirkel hat drei prominente Lösungsansätze hervorgebracht. Der erste ist das Novikov-Selbstkonsistenzprinzip: Die Tat ist unmöglich, weil das Universum nur konsistente Zeitlinien erlaubt. Der zweite ist die Viele-Welten-Interpretation: Die Zeitreise erzeugt eine alternative Zeitlinie, in der der Großvater stirbt, aber die ursprüngliche Zeitlinie bleibt intakt. Der dritte ist der Chronologie-Schutz: Zeitreisen in die Vergangenheit sind schlicht physikalisch unmöglich.
In der Science-Fiction ist das Paradoxon allgegenwärtig. 'Back to the Future' (1985) nutzt eine abgeschwächte Version: Marty McFly verhindert beinahe die Begegnung seiner Eltern und beginnt aus der Existenz zu verschwinden. 'The Terminator' (1984) dreht das Paradoxon um: Kyle Reese wird in die Vergangenheit geschickt und wird dort zum Vater von John Connor, dem Mann, der ihn geschickt hat.
Das Paradoxon bleibt eines der produktivsten Gedankenexperimente der Physik und hat Diskussionen über Kausalität, freien Willen und die Natur der Zeit maßgeblich beeinflusst.
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