Konzept

Noosphäre

Die Sphäre des menschlichen Denkens als planetare Hülle, die die Biosphäre umgibt und transformiert.

Was ist Noosphäre?

Die Sphäre des menschlichen Denkens als planetare Hülle, die die Biosphäre umgibt und transformiert.

Die Noosphäre ist ein Konzept des Paläontologen Pierre Teilhard de Chardin und des Geochemikers Wladimir Wernadski. Sie beschreibt die Gesamtheit menschlichen Denkens als eine Art planetare Schicht, die sich über die Biosphäre legt, ähnlich wie die Atmosphäre die Erde umhüllt.

Teilhard de Chardin sah die Evolution als gerichteten Prozess, der von der Geosphäre (unbelebte Materie) über die Biosphäre (Leben) zur Noosphäre (Geist) führt. Am Ende steht der Omega-Punkt, eine Art kosmisches Bewusstsein, in dem alles Denken konvergiert.

In der Science Fiction wurde die Noosphäre zum Modell für kollektive Bewusstseine und planetare Netzwerke. Dan Simmons nutzt das Konzept in seinen Hyperion-Cantos ausführlich, wo die TechnoCore ein künstliches Äquivalent der Noosphäre bildet. Peter Hamiltons Commonwealth-Saga beschreibt ein Unisphäre genanntes Netzwerk, das die Menschheit mental verbindet.

Mit dem Internet hat das Konzept neue Aktualität gewonnen. Manche Theoretiker sehen im World Wide Web die technische Verwirklichung der Noosphäre. Für SF-Autoren ist es ein fruchtbarer Boden: Was passiert, wenn die Noosphäre ein eigenes Bewusstsein entwickelt?