Peter Watts
Kanadischer Meeresbiologe und Autor, dessen 'Blindsight' als einer der besten Hard-SF-Romane des 21. Jahrhunderts gilt.
Was ist Peter Watts?
Kanadischer Meeresbiologe und Autor, dessen 'Blindsight' als einer der besten Hard-SF-Romane des 21. Jahrhunderts gilt.
Peter Watts (*1958) ist ein ehemaliger Meeresbiologe, der sich auf Ökophysiologie von Tiefseeorganismen spezialisierte, bevor er zum Science-Fiction-Autor wurde. Sein wissenschaftlicher Hintergrund durchdringt jedes seiner Werke mit einer Intensität, die im Genre ihresgleichen sucht.
'Blindsight' (2006) ist sein bekanntestes Werk und wird regelmäßig als einer der besten Hard-SF-Romane des 21. Jahrhunderts genannt. Eine Crew aus neurologisch modifizierten Außenseitern, angeführt von einem wieder erweckten Vampir (ja, das ergibt im Kontext Sinn), wird zu einem außerirdischen Objekt am Rand des Sonnensystems geschickt. Was sie finden, stellt die Grundannahmen über Bewusstsein, Intelligenz und die Natur des Menschseins in Frage.
Die zentrale These von Blindsight ist radikal: Bewusstsein ist kein Vorteil, sondern ein evolutionärer Fehler. Die Aliens in Blindsight sind hochintelligent, aber nicht bewusst. Sie können Sprache verstehen und manipulieren, ohne zu verstehen, was Sprache bedeutet. Watts argumentiert, gestützt auf Neurobiologie, dass Bewusstsein ein energetisch teures Nebenprodukt der Informationsverarbeitung sein könnte, das die Evolution irgendwann wegoptimiert.
'Echopraxia' (2014) setzt die Geschichte fort und erweitert die Fragen auf Religion, Hive Minds und die Grenze zwischen Symbiose und Parasitismus. Die Rifters-Trilogie ('Starfish', 'Maelstrom', 'Behemoth') spielt in der Tiefsee und verbindet Watts' marine Expertise mit düsterer Science-Fiction.
Watts stellt 'Blindsight' kostenlos auf seiner Website zur Verfügung und hat ein Creative-Commons-Ethos. Seine Fußnoten und Literaturverzeichnisse, in denen er jede wissenschaftliche Behauptung seiner Romane mit realen Papers belegt, sind legendär.