Xenologie

Planetare Quarantäne

Strenge Sterilisationsprotokolle schützen andere Welten vor irdischen Mikroben, und die Erde vor möglicher außerirdischer Kontamination.

Was ist Planetare Quarantäne?

Strenge Sterilisationsprotokolle schützen andere Welten vor irdischen Mikroben, und die Erde vor möglicher außerirdischer Kontamination.

Planetare Quarantäne
NASA/JPL-Caltech

Planetary Protection ist ein reales Programm, das von der NASA und der ESA betrieben wird und auf dem Outer Space Treaty von 1967 basiert (Artikel IX). Es unterscheidet zwei Richtungen: Forward Contamination (Verschleppung irdischer Organismen auf andere Himmelskörper) und Back Contamination (Einschleppung außerirdischer Organismen auf die Erde).

Die Regeln sind nach Missionskategorien gestaffelt (I bis V). Kategorie IV (Landung auf Körpern mit möglichem Leben, z.B. Mars, Europa) erfordert strenge Sterilisation: Der Perseverance-Rover wurde in Reinräumen der Klasse 100.000 montiert, Oberflächen wurden mit Alkohol und trockener Hitze behandelt, die Bioburden-Grenze liegt bei 300.000 Sporen pro Raumfahrzeug. Kategorie V betrifft die Rückführung von Proben zur Erde, die geplante Mars Sample Return Mission würde die strengsten Containment-Protokolle seit Apollo erfordern.

Das Problem ist real: Tardigraden überlebten 2019 den Absturz der israelischen Beresheet-Sonde auf dem Mond. Irdische Bakterien wurden auf der ISS nachgewiesen, die unter Weltraumbedingungen überlebten. Die Frage, ob wir den Mars bereits kontaminiert haben, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

In der Science-Fiction ist die Andromeda-Variante (Crichton, 1969) der Klassiker zur Back Contamination.