Spaghettifizierung
Was passiert, wenn man in ein Schwarzes Loch fällt: Die Gezeitenkräfte ziehen den Körper in die Länge wie Spaghetti.
Was ist Spaghettifizierung?
Was passiert, wenn man in ein Schwarzes Loch fällt: Die Gezeitenkräfte ziehen den Körper in die Länge wie Spaghetti.
Spaghettifizierung, ein Begriff, den Stephen Hawking selbst geprägt hat, beschreibt den Prozess, bei dem ein Objekt durch extreme Gezeitenkräfte in die Länge gezogen und dabei schmaler wird, bis es einem Spaghetti ähnelt. Dies geschieht in der Nähe kompakter Objekte mit extremer Gravitation, insbesondere Schwarzer Löcher. Der Mechanismus ist elegant und brutal zugleich: Die Gravitationskraft auf den Teil des Körpers, der dem Schwarzen Loch näher ist, ist deutlich stärker als auf den weiter entfernten Teil.
Diese Differenz zerrt den Körper auseinander. Gleichzeitig komprimieren seitliche Gezeitenkräfte das Objekt in der Breite. Bei einem stellaren Schwarzen Loch mit wenigen Sonnenmassen tritt die Spaghettifizierung bereits weit vor dem Ereignishorizont ein.
Bei einem supermassereichen Schwarzen Loch wie dem im Zentrum der Milchstraße könnte ein Mensch theoretisch den Ereignishorizont überschreiten, ohne sofort zerrissen zu werden, da die Gezeitenkräfte bei größeren Schwarzen Löchern am Horizont geringer sind. In der Science Fiction wird der Effekt in Interstellar angedeutet, und in zahlreichen Romanen ist er die physikalische Realität, mit der sich Raumfahrer konfrontiert sehen, die Schwarzen Löchern zu nahe kommen.
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