Vakuumzerfall
Das theoretische Szenario, in dem unser Universum in einem falschen Vakuumzustand existiert und jederzeit in einen stabileren Grundzustand übergehen könnte, mit Vernichtung aller bekannten Strukturen.
Was ist Vakuumzerfall?
Das theoretische Szenario, in dem unser Universum in einem falschen Vakuumzustand existiert und jederzeit in einen stabileren Grundzustand übergehen könnte, mit Vernichtung aller bekannten Strukturen.
Der Vakuumzerfall (False Vacuum Decay) ist eine Hypothese aus der Quantenfeldtheorie. Demnach befindet sich das Higgs-Feld unseres Universums möglicherweise nicht im stabilsten Zustand (dem wahren Vakuum), sondern in einem metastabilen Zustand, einem sogenannten falschen Vakuum. Ein Übergang in den wahren Grundzustand könnte durch Quantentunneln ausgelöst werden.
Die gemessene Masse des Higgs-Bosons (125,18 GeV/c²) und die Masse des Top-Quarks deuten darauf hin, dass unser Vakuum tatsächlich metastabil ist, es liegt an der Grenze zwischen absoluter Stabilität und Instabilität.
Ein Vakuumzerfall würde als Blase beginnen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Innerhalb der Blase würden die Naturkonstanten andere Werte annehmen, Atome, Moleküle und alle bekannten Strukturen könnten nicht mehr existieren. Die Blase wäre vor ihrer Ankunft nicht detektierbar.
Die geschätzte Lebensdauer des falschen Vakuums liegt weit über dem aktuellen Alter des Universums, viele Größenordnungen darüber. Ein Zerfall ist extrem unwahrscheinlich, aber theoretisch nicht ausgeschlossen. Die Hypothese berührt die fundamentale Frage, ob die Naturgesetze unseres Universums ein Zufallsprodukt sind.
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