Astrobiologie

Arsenbakterien

2010 meldete die NASA Bakterien, die Arsen statt Phosphor nutzen, die Entdeckung wurde widerlegt, aber die Debatte über alternatives Leben befeuert.

Was ist Arsenbakterien?

2010 meldete die NASA Bakterien, die Arsen statt Phosphor nutzen, die Entdeckung wurde widerlegt, aber die Debatte über alternatives Leben befeuert.

Im Dezember 2010 verkündete die NASA auf einer vielbeachteten Pressekonferenz eine scheinbar revolutionäre Entdeckung: Das Bakterium GFAJ-1, isoliert aus dem arsenhaltigen Mono Lake in Kalifornien, könne Arsen anstelle von Phosphor in seine DNA einbauen. Phosphor ist einer der sechs Grundbausteine allen bekannten Lebens, ein Austausch hätte die Biologie neu definiert.

Die Studie von Felisa Wolfe-Simon et al. erschien in Science und löste sofort Kontroversen aus. Innerhalb von Monaten zeigten unabhängige Replikationen (Erb et al. 2012, Reaves et al. 2012), dass GFAJ-1 zwar extrem arsenresistent ist, aber weiterhin Phosphor für seine DNA benötigt. Die ursprünglichen Ergebnisse beruhten auf methodischen Problemen bei der Probenreinigung.

Trotz der Widerlegung war die Episode für die Astrobiologie produktiv: Sie zwang die Gemeinschaft, systematisch zu durchdenken, welche Elemente tatsächlich substituierbar sind und welche nicht. Die Antwort lautet bisher: Phosphor scheint in der Biochemie unverzichtbar zu sein, was die Entdeckung von Phosphor in Enceladus' Geysiren (2023, Cassini-Daten) umso bedeutsamer macht.

Der Fall ist ein Lehrbeispiel für wissenschaftliche Selbstkorrektur und die Gefahren voreiliger Extrapolation.