Persönlichkeit

China Miéville

Britischer Autor, der mit dem New Weird ein ganzes Subgenre mitbegründete und die Grenzen zwischen Fantasy, SF und Horror aufhebt.

Was ist China Miéville?

Britischer Autor, der mit dem New Weird ein ganzes Subgenre mitbegründete und die Grenzen zwischen Fantasy, SF und Horror aufhebt.

China Miéville ist einer der originellsten Stimmen in der spekulativen Literatur. Seine Bücher lassen sich nicht in einzelne Genre-Schubladen pressen. Sie verbinden Elemente aus Fantasy, Science Fiction, Horror und politischer Theorie zu etwas, das unter dem Label New Weird bekannt wurde.

Sein Durchbruch war Perdido Street Station (2000), angesiedelt in der Stadt New Crobuzon, einer düsteren, viktorianisch anmutenden Metropole, bevölkert von Menschen, Insektenwesen, Kaktusmenschen und remade Kreaturen. Die Stadt ist ein atmender Organismus aus Korruption, Kreativität und Gewalt. Miéville weigert sich, seine Welten zu idealisieren: Hier gibt es keine edlen Elfen, sondern Ausbeutung, Rassismus und politische Unterdrückung.

The City & the City (2009) ist sein zugänglichstes Werk: Zwei Städte existieren am selben Ort, aber die Bewohner müssen die jeweils andere Stadt aktiv ignorieren. Es ist gleichzeitig Krimi, SF und philosophisches Gedankenexperiment über Grenzen, Wahrnehmung und ideologische Blindheit.

Embassytown (2011) beschäftigt sich mit Sprache als zentralem SF-Thema: Außerirdische, die nur in buchstäblicher Wahrheit sprechen können und keine Metaphern verstehen, bis der Kontakt mit Menschen ihre gesamte Zivilisation destabilisiert.

Miéville hat einen Doktortitel in Internationalen Beziehungen und ist bekennender Marxist. Seine politischen Überzeugungen durchdringen sein Werk, ohne es zu Propaganda zu machen. Er nutzt fantastische Settings, um reale Machtstrukturen sichtbar zu machen.

Sein Einfluss auf die moderne Fantastik ist erheblich. Das New Weird, zu dem auch Jeff VanderMeer gezählt wird, verdankt Miéville einige seiner wichtigsten Impulse.

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