Konzept

New Weird

Literarische Bewegung, die Fantasy, SF und Horror verschmilzt und sich gegen die Konventionen klassischer Genre-Literatur wendet.

Was ist New Weird?

Literarische Bewegung, die Fantasy, SF und Horror verschmilzt und sich gegen die Konventionen klassischer Genre-Literatur wendet.

New Weird ist weniger ein Genre mit festen Regeln als eine ästhetische Haltung. Die Bewegung entstand Anfang der 2000er-Jahre und reagierte auf die wahrgenommene Erstarrung der Fantasy in tolkienesken Klischees und der SF in technischen Extrapolationen. New Weird will beides aufbrechen, vermischen und mit Horror-Elementen anreichern.

China Miéville gilt als zentrale Figur der Bewegung. Seine Bas-Lag-Romane (Perdido Street Station, The Scar, Iron Council) schaffen eine Welt, die bewusst hässlich, komplex und politisch ist. Hier gibt es keine edlen Elfen, sondern kaktusartige Humanoide, insektoide Künstlerinnen und eine Stadt, die auf Ausbeutung gebaut ist. Miéville selbst definierte New Weird als Literatur, die die Grenzen zwischen Genres nicht respektiert und stattdessen das Seltsame, Verstörende und Unklassifizierbare sucht.

Jeff VanderMeer ist die zweite Schlüsselfigur. Seine Southern Reach-Trilogie (Annihilation, Authority, Acceptance) erzählt von einer Zone, in der die Naturgesetze verändert sind und biologische Transformationen die Grenze zwischen Mensch und Umwelt auflösen. Der erste Band wurde von Alex Garland verfilmt.

Weitere Autoren, die dem New Weird zugerechnet werden, sind K.J. Bishop (The Etched City), Steph Swainston und M. John Harrison, dessen Viriconium-Zyklus als Vorläufer gilt.

Die Anthologie The New Weird (2008), herausgegeben von Ann und Jeff VanderMeer, versuchte die Bewegung zu definieren und zu dokumentieren. Was alle Vertreter verbindet, ist eine Ablehnung von Genregrenzen, eine Vorliebe für das Groteske und Ambivalente, und die Überzeugung, dass spekulative Literatur mehr kann als Eskapismus bieten.

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