EmDrive-Kontroverse
Ein angeblich schubloser Antrieb, der Mikrowellen im Hohlraum nutzt, er versprach Revolution, erwies sich aber als Messfehler.
Was ist EmDrive-Kontroverse?
Ein angeblich schubloser Antrieb, der Mikrowellen im Hohlraum nutzt, er versprach Revolution, erwies sich aber als Messfehler.
Der EmDrive (Electromagnetic Drive) war ein von Roger Shawyer 2001 vorgeschlagener Antrieb, der angeblich Schub erzeugen konnte, ohne Treibstoff auszustoßen, ein Verstoß gegen den Impulserhaltungssatz, eines der fundamentalsten Gesetze der Physik.
Das Prinzip: Mikrowellenstrahlung wird in einem kegelförmigen Hohlraumresonator eingesperrt, und der unterschiedliche Strahlungsdruck an den beiden unterschiedlich großen Enden erzeugt angeblich einen Nettokraft.
Die Geschichte sorgte ab 2014 für Aufruhr, als ein Team am Eagleworks-Labor der NASA (unter Harold White) einen winzigen Schub von 1,2 mN/kW gemessen haben wollte. Die Medienberichterstattung explodierte: Ein Antrieb ohne Treibstoff würde interstellare Reisen revolutionieren.
Mehrere unabhängige Gruppen versuchten, das Ergebnis zu reproduzieren. Die systematischste Untersuchung kam 2021 von der TU Dresden (Martin Tajmar und Team): In einer extrem sorgfältigen Versuchsanordnung mit Vakuumkammer und thermischer Kontrolle konnte kein Schub nachgewiesen werden. Die früheren Messergebnisse ließen sich vollständig durch thermische Effekte, Kabelkräfte und elektromagnetische Wechselwirkungen mit der Testapparatur erklären.
Der EmDrive gilt heute als widerlegt. Die Episode illustriert die Bedeutung unabhängiger Reproduktion in der Wissenschaft.
Verwandte Begriffe