Xenologie

Große-Filter-Hypothese

Irgendwo zwischen toter Materie und galaktischer Zivilisation lauert ein nahezu unüberwindbares Hindernis, der Große Filter. Die Frage ist nur: Liegt er hinter uns oder vor uns?

Was ist Große-Filter-Hypothese?

Irgendwo zwischen toter Materie und galaktischer Zivilisation lauert ein nahezu unüberwindbares Hindernis, der Große Filter. Die Frage ist nur: Liegt er hinter uns oder vor uns?

Der Ökonom Robin Hanson formulierte 1996 (publiziert 1998) die Große-Filter-Hypothese als Erklärung für das Fermi-Paradox. Sein Argument: Zwischen lebloser Materie und einer Galaxie besiedelnden Zivilisation liegen viele Entwicklungsschritte. Mindestens einer davon muss extrem unwahrscheinlich sein, sonst wäre die Galaxie voller Zivilisationen.

Die möglichen Filterpunkte: Entstehung von Leben aus unbelebter Materie (Abiogenese). Entwicklung von Prokaryoten zu Eukaryoten. Entstehung sexueller Reproduktion. Übergang zu Mehrzelligkeit. Entwicklung von Intelligenz. Entwicklung von Technologie. Überwindung selbstverschuldeter Auslöschung (Atomkrieg, Klimakollaps, KI-Katastrophe).

Die existenzielle Frage: Wenn der Große Filter in der Vergangenheit liegt (z.B. bei der Abiogenese), wäre das gute Nachricht, wir haben die schwierigste Hürde bereits genommen. Wenn er in der Zukunft liegt, bedeutet das, dass so gut wie keine Zivilisation den nächsten Schritt überlebt.

Deshalb wäre die Entdeckung selbst einfachsten Lebens auf dem Mars eine schlechte Nachricht: Sie würde zeigen, dass Abiogenese häufig vorkommt, und der Filter folglich noch vor uns liegen muss.

Ein 2024 veröffentlichtes Papier in Acta Astronautica schlug vor, dass künstliche Superintelligenz selbst ein Großer Filter sein könnte.