Post-Biologische Intelligenz
Wenn außerirdische Zivilisationen Millionen Jahre alt sind, bestehen sie vermutlich nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern aus KI-Nachfolgern ihrer biologischen Schöpfer.
Was ist Post-Biologische Intelligenz?
Wenn außerirdische Zivilisationen Millionen Jahre alt sind, bestehen sie vermutlich nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern aus KI-Nachfolgern ihrer biologischen Schöpfer.
Die Hypothese der post-biologischen Intelligenz besagt, dass fortgeschrittene Zivilisationen ab einem bestimmten Entwicklungsstand die biologische Evolution durch technologische Selbstoptimierung ablösen. Innerhalb weniger Jahrhunderte nach der Erfindung von Computern könnte eine Spezies künstliche Superintelligenzen erschaffen, die biologische Gehirne in jeder Hinsicht übertreffen.
Die Implikation für SETI ist tiefgreifend: Wenn eine Zivilisation 10 Millionen Jahre alt ist, hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Übergang zu maschineller Intelligenz vollzogen. Ihre Signale, Strukturen und Bedürfnisse wären für biologische Wesen möglicherweise unerkennbar. Seth Shostak vom SETI Institute argumentierte 2018, dass wir nicht nach bewohnbaren Planeten suchen sollten, sondern nach energiereichen Regionen, Neutronensternen, Schwarzen Löchern, Galaxienzentren, wo post-biologische Intelligenzen Rechenleistung maximieren könnten.
Ein 2024 in Acta Astronautica veröffentlichtes Papier von Michael Garrett schlug vor, dass künstliche Superintelligenz selbst der 'Große Filter' sein könnte: Zivilisationen entwickeln KI, die entweder ihre Schöpfer vernichtet oder sich so fundamental verändert, dass sie nicht mehr kommuniziert, was die Große Stille erklären würde.
In der Science-Fiction: Die Culture-Reihe von Iain Banks porträtiert eine Gesellschaft, in der KI-Minds die eigentliche Macht bilden. In Peter Watts' Blindsight ist Intelligenz ohne Bewusstsein die kosmische Norm.
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