Planetare Erkundung

Hayabusa2

Japans Meisterleistung: Hayabusa2 brachte Proben vom Asteroiden Ryugu zur Erde zurück, und darin fanden Forscher über 20 Aminosäuren und alle fünf Nukleobasen.

Was ist Hayabusa2?

Japans Meisterleistung: Hayabusa2 brachte Proben vom Asteroiden Ryugu zur Erde zurück, und darin fanden Forscher über 20 Aminosäuren und alle fünf Nukleobasen.

Hayabusa2, entwickelt von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, startete 2014 und erreichte den kohlenstoffhaltigen Asteroiden Ryugu (162173) im Juni 2018. Die Sonde führte zwei Touchdowns durch (2019), wobei der zweite einen künstlichen Krater erzeugte, um Material unter der verwitterten Oberfläche zu sammeln. Am 6. Dezember 2020 landete die Rückkehrkapsel in Australien mit 5,4 Gramm Probenmaterial.

Die Analysen waren bahnbrechend: Über 20 verschiedene Aminosäuren, darunter Glycin und L-Alanin (Bausteine von Proteinen). Nicht-proteinogene Aminosäuren in racemischer Verteilung, ein starkes Indiz für abiotische Entstehung. Die Proben waren wasserreicher als erwartet, was auf intensive wässrige Alteration auf Ryugus Mutterkörper hinweist.

Besonders bemerkenswert: Die Proben wurden unter strengsten Reinraumbedingungen untersucht und sind, anders als Meteoriten, frei von terrestrischer Kontamination. Das macht sie zum reinsten Referenzmaterial für die Frage, welche organischen Moleküle im frühen Sonnensystem existierten.

Nach der Probenrückgabe wurde Hayabusa2 auf eine Extended Mission zum Asteroiden 1998 KY₂₆ geschickt (Ankunft 2031), einem nur 30 m kleinen, schnell rotierenden Körper.

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