Persönlichkeit

John Brunner

Britischer SciFi-Autor, dessen Werke aus den 1960ern und 70ern Umweltzerstörung, Überbevölkerung und Überwachung prophetisch vorwegnahmen.

Was ist John Brunner?

Britischer SciFi-Autor, dessen Werke aus den 1960ern und 70ern Umweltzerstörung, Überbevölkerung und Überwachung prophetisch vorwegnahmen.

John Brunner war ein visionärer britischer Autor, dessen beste Werke gesellschaftliche Entwicklungen mit einer Genauigkeit vorhersagten, die auch Jahrzehnte später verblüfft. Stand on Zanzibar (1968), sein bekanntestes Werk, schildert eine überbevölkerte Welt im Jahr 2010 mit einer Fülle an Details, die erschreckend nah an die Realität kamen: Terrorismus, Schul-Amokläufe, genetische Manipulation, die Dominanz Chinas als Weltmacht und sogar ein US-Präsident namens Obomi. Brunner verwendete dafür eine experimentelle Erzähltechnik, inspiriert von John Dos Passos' USA-Trilogie, die Nachrichtenfragmente, Werbung und Erzählstränge collagenhaft verwebt.

The Sheep Look Up (1972) beschreibt eine Umweltkatastrophe in den USA mit beklemmender Aktualität: Wasserverschmutzung, Lebensmittelskandale und die politische Leugnung ökologischer Krisen. The Shockwave Rider (1975) erfand das Konzept des Computerwurms, bevor es in der realen Informatik existierte, und beschrieb eine Gesellschaft unter permanenter digitaler Überwachung. Brunner begann bereits mit 17 Jahren zu publizieren und schrieb über hundert Romane, von denen viele konventionelle Auftragsarbeiten waren.

Seine vier großen dystopischen Werke, zu denen auch The Jagged Orbit gehört, bilden jedoch ein Werk von bleibendem Wert. Brunner erhielt 1969 den Hugo Award für Stand on Zanzibar. Trotz seiner literarischen Bedeutung kämpfte er zeitlebens mit finanziellen Schwierigkeiten. Er starb 1995, aber seine warnenden Visionen sind relevanter denn je.

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