Konzept

Kaiju

Japanischer Begriff für Riesenmonster wie Godzilla, die seit 1954 das Kino bevölkern und zum eigenen Genre wurden.

Was ist Kaiju?

Japanischer Begriff für Riesenmonster wie Godzilla, die seit 1954 das Kino bevölkern und zum eigenen Genre wurden.

Kaiju (japanisch: 'seltsames Tier') sind riesige Monster, die seit Ishirō Hondas 'Godzilla' (1954) ein eigenständiges Filmgenre bilden. Godzilla, ein durch Atombombentests erwecktes Urzeitwesen, war eine direkte Verarbeitung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Der Film war kein Blockbuster-Spektakel, sondern ein Trauma-Drama.

Das Genre expandierte schnell. Toho Studios schufen Mothra, Rodan, King Ghidorah und dutzende weitere Kaiju. Gamera, die fliegende Riesenschildkröte, wurde zum Konkurrenten bei Daiei Films. Die Filme reichten von ernsthafter Allegorie bis zu buntem Camp, in dem Männer in Gummianzügen Miniaturstädte zertrampelten.

Der westliche Markt übernahm das Konzept. 'Pacific Rim' (2013) ließ Riesenmechs gegen Kaiju kämpfen und wurde zum Liebesbrief an das Genre. Legendary Pictures startete das MonsterVerse mit 'Godzilla' (2014), 'Kong: Skull Island' (2017) und dem Crossover 'Godzilla vs. Kong' (2021).

Der japanische Film 'Shin Godzilla' (2016) von Hideaki Anno (Evangelion) kehrte zu den Wurzeln zurück: Godzilla als Naturkatastrophe, gegen die Bürokratie und Politik machtlos sind. 'Godzilla Minus One' (2023) gewann den Oscar für visuelle Effekte und erzählte eine zutiefst menschliche Geschichte im Nachkriegsjapan.

Kaiju funktionieren als Metapher: für Atombomben, Naturkatastrophen, Klimawandel oder unkontrollierbare Technologie. Ihre schiere Größe macht menschliche Kontrolle unmöglich und zwingt Zivilisationen, ihre Verwundbarkeit einzugestehen.

Das Genre hat die Popkultur weit über das Kino hinaus beeinflusst: Power Rangers, Evangelion, Attack on Titan und zahllose Videospiele tragen Kaiju-DNA.