Lagrange-Punkte
Fünf Gleichgewichtspunkte im Gravitationsfeld zweier Körper, an denen ein drittes Objekt mit minimalem Energieaufwand verharren kann, ideale Standorte für Weltraumteleskope.
Was ist Lagrange-Punkte?
Fünf Gleichgewichtspunkte im Gravitationsfeld zweier Körper, an denen ein drittes Objekt mit minimalem Energieaufwand verharren kann, ideale Standorte für Weltraumteleskope.
Lagrange-Punkte (auch Librationspunkte) sind fünf Positionen im Gravitationsfeld zweier großer Körper (z. B. Sonne und Erde), an denen sich die Gravitationskräfte und die Zentrifugalkraft so ausgleichen, dass ein kleines Objekt dort in einer stabilen oder quasi-stabilen Position relativ zu beiden Körpern verbleibt.
L1 liegt zwischen den beiden Körpern (z. B. 1,5 Mio. km vor der Erde Richtung Sonne), ideal für Sonnenbeobachtung (SOHO). L2 liegt auf der sonnenabgewandten Seite (1,5 Mio. km hinter der Erde), ideal für Weltraumteleskope, die von Sonne, Erde und Mond abgeschirmt sein müssen (James Webb Space Telescope, Planck, Gaia). L3 liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne.
L4 und L5 bilden gleichseitige Dreiecke mit den beiden Hauptkörpern. Sie sind die einzigen langzeitstabilen Punkte und beherbergen die Jupiter-Trojaner (über 12.000 bekannte Asteroiden). L1, L2 und L3 sind instabil; Raumschiffe dort benötigen regelmäßige Kurskorrekturen (Station-keeping).
Der französisch-italienische Mathematiker Joseph-Louis Lagrange beschrieb diese Punkte 1772. Für die Raumfahrt sind sie strategisch wertvoll: als Beobachtungsposten, als Treibstoffdepots und in der Science-Fiction als Standorte für Raumstationen (z. B. O'Neill-Zylinder an den Erde-Mond-L4/L5-Punkten).
Verwandte Begriffe