Metropolis (1927)
Fritz Langs bahnbrechendes expressionistisches Meisterwerk über eine dystopische Zukunftsstadt, das die visuelle Sprache des Science-Fiction-Kinos begründete.
Was ist Metropolis (1927)?
Fritz Langs bahnbrechendes expressionistisches Meisterwerk über eine dystopische Zukunftsstadt, das die visuelle Sprache des Science-Fiction-Kinos begründete.
Metropolis ist der Urknall des Science-Fiction-Films. Fritz Langs expressionistisches Monumentalwerk von 1927 schuf eine visuelle Sprache, die das Genre bis heute prägt. Die titelgebende Stadt ist in zwei Welten geteilt: Oben leben die Reichen in Gärten und Palästen, unten schuften die Arbeiter in endlosen Schichten an gewaltigen Maschinen.
Freder, der Sohn des Stadtherrschers, entdeckt die Welt der Arbeiter und verliebt sich in Maria, eine Predigerin, die Versöhnung zwischen den Klassen fordert. Der Erfinder Rotwang erschafft einen Maschinenmensch in Marias Gestalt, der die Arbeiter zum Aufstand anstacheln soll. Die visuellen Innovationen des Films waren revolutionär: Die Stadtsilhouette mit ihren Art-déco-Wolkenkratzern und Hängebrücken, die unterirdischen Maschinenhallen, der Maschinemensch Maria, alles wurde mit aufwendigen Modellbauten, Spiegeleffekten und tausenden Statisten realisiert.
Der Maschinenmensch ist das Urbild aller Roboter im Film, von C-3PO bis zu den Replikanten in Blade Runner. Die Produktion war die teuerste in der Geschichte der Weimarer Republik und brachte die UFA an den Rand des Ruins. Der Film wurde bei seiner Premiere gemischt aufgenommen und nach der Erstaufführung drastisch gekürzt.
Jahrzehntelang existierte nur eine verstümmelte Fassung. 2008 wurde in Buenos Aires eine nahezu vollständige Kopie entdeckt, und 2010 konnte eine rekonstruierte Fassung erstmals wieder den ursprünglichen Schnitt annähern. Metropolis wurde als erster Film in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Thea von Harbous Drehbuch wird für seine vereinfachende Botschaft kritisiert, dass das Herz zwischen Hirn und Händen vermitteln müsse, doch die visuelle Kraft des Films übersteigt seine narrative Schlichtheit bei weitem.