Miller-Urey-Experiment
Das Experiment, das 1953 zeigte, dass Aminosäuren spontan aus anorganischen Gasen entstehen können, der Startschuss der modernen Ursprungsforschung.
Was ist Miller-Urey-Experiment?
Das Experiment, das 1953 zeigte, dass Aminosäuren spontan aus anorganischen Gasen entstehen können, der Startschuss der modernen Ursprungsforschung.
1953 simulierten der Chemiker Stanley Miller und sein Doktorvater Harold Urey die vermutete Uratmosphäre der Erde: ein Gemisch aus Methan, Ammoniak, Wasserstoff und Wasserdampf. Durch elektrische Funkenentladungen (als Blitz-Ersatz) erzeugten sie innerhalb einer Woche über 20 verschiedene Aminosäuren, die Grundbausteine von Proteinen.
Das Ergebnis war eine Sensation: Es bewies, dass die Chemie des Lebens unter natürlichen Bedingungen spontan entstehen kann, ohne göttlichen Funken oder außerirdische Hilfe. Spätere Analysen der versiegelten Proben (2008, nach Millers Tod) fanden sogar noch mehr organische Verbindungen als ursprünglich dokumentiert.
Allerdings weiß man heute, dass die frühe Erdatmosphäre wahrscheinlich anders zusammengesetzt war als Miller und Urey annahmen, mehr CO₂ und N₂ statt Methan und Ammoniak. Neuere Varianten des Experiments mit realistischeren Gasgemischen produzieren dennoch Aminosäuren, wenn auch in geringeren Mengen.
Für die Science Fiction liefert das Experiment die wissenschaftliche Grundlage für die Vorstellung, dass Leben im Universum häufig sein könnte. Carl Sagans Roman Contact (1985) und Greg Bears Blood Music (1985) bauen auf der Idee auf, dass Lebenschemie universell und fast unvermeidlich ist.
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