Konzept

Panspermie

Hypothese, dass Leben durch Asteroiden zwischen Planeten verbreitet wird.

Die Panspermie-Hypothese besagt, dass Leben nicht auf jedem Planeten unabhängig entstanden sein muss, sondern dass Mikroorganismen auf Asteroiden, Kometen oder Meteoriten durchs All reisen und neue Welten besiedeln können. Die Idee reicht bis zum griechischen Philosophen Anaxagoras im 5. Jahrhundert v. Chr. zurück, der behauptete, das Universum sei voller Lebenssamen.

Wissenschaftlich formulierte der schwedische Chemiker und Nobelpreisträger Svante Arrhenius die Hypothese 1903. Er argumentierte, dass bakterielle Sporen durch den Strahlungsdruck von Sternen durch den interstellaren Raum getrieben werden könnten. In den 1970er Jahren gingen die Astronomen Fred Hoyle und Chandra Wickramasinghe noch weiter: Sie behaupteten, komplexe organische Substanzen und sogar primitive Organismen hätten sich auf kosmischen Staubkörnern im Weltraum entwickelt und seien durch Kometen auf die Erde transportiert worden.

Der Murchison-Meteorit, der 1969 in Australien einschlug, lieferte handfeste Indizien: Er enthielt über 70 verschiedene Aminosäuren, darunter Glycin, Alanin und Glutaminsäure, aber auch exotische Varianten wie Isovalin und Pseudoleucin, die auf der Erde nicht natürlich vorkommen. 2013 bestätigte ein internationales Forscherteam, dass Aminosäuren tatsächlich durch Kometeneinschläge entstehen können. Diese sogenannte Pseudo-Panspermie (organische Bausteine aus dem All, aber lokale Entstehung des Lebens) gilt als gut belegt.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Star Trek.

In der Science Fiction dient Panspermie häufig als elegante Erklärung für ein Grundproblem des Genres: Warum sehen Aliens so menschlich aus? In Star Trek: The Next Generation, Folge The Chase (1993), entdeckt die Crew der Enterprise, dass eine uralte humanoide Spezies vor Milliarden Jahren ihre DNA in den Urozeanen vieler Welten verbreitet hat und so Klingonen, Romulaner, Cardassianer und Menschen einen gemeinsamen genetischen Ursprung teilen. H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos enthält kosmische Wesen, die das Leben auf der Erde als Nebenprodukt oder Experiment hinterlassen haben. Ridley Scotts Prometheus (2012) eröffnet mit einem Engineer, der seinen Körper auflöst und damit die Evolution auf der Erde auslöst.

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Panspermie. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/panspermie/ (abgerufen am 17.06.2026).

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