Xenologie

Nicht-biologische Signatur

Industrieabgase in der Atmosphäre eines Exoplaneten, künstliches Licht auf der Nachtseite, unnatürliche Spektrallinien, Spuren einer technologischen Zivilisation, die sich nicht verstecken kann.

Was ist Nicht-biologische Signatur?

Industrieabgase in der Atmosphäre eines Exoplaneten, künstliches Licht auf der Nachtseite, unnatürliche Spektrallinien, Spuren einer technologischen Zivilisation, die sich nicht verstecken kann.

Nicht-biologische Signaturen (auch industrielle Technosignaturen) sind messbare Hinweise auf technologische Aktivität einer außerirdischen Zivilisation, die sich von natürlichen Phänomenen unterscheiden. Im Gegensatz zu gezielten Signalen (wie Radiotransmissionen) sind sie unbeabsichtigte Nebenprodukte, und damit möglicherweise leichter zu finden, weil die sendende Zivilisation sie nicht kontrolliert.

Konkrete Kandidaten: Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wie CF4 oder CCl3F in der Atmosphäre eines Exoplaneten, diese Moleküle entstehen nicht natürlich und wären mit dem James Webb Space Telescope bei erdnahen Sternen nachweisbar. Stickstoffdioxid (NO2) als Verbrennungsprodukt. Künstliche Beleuchtung auf der Nachtseite eines Planeten (Loeb und Turner, 2012). Megastrukturen wie Dyson-Sphären, die einen Stern im Infrarot verdunkeln.

Aktuelle Forschung: Ein 2022 in The Astrophysical Journal veröffentlichtes Papier (Kopparapu et al., NASA Goddard) berechnete, dass JWST NO2 in der Atmosphäre eines erdähnlichen Planeten um einen M-Zwerg in 10 Lichtjahren Entfernung nach etwa 400 Stunden Beobachtungszeit nachweisen könnte, sofern die Konzentration terrestrischem Industrieniveau entspricht.

Die Schwierigkeit: Jede Technosignatur muss gegen natürliche Erklärungen abgewogen werden. NO2 entsteht auch durch Gewitter, FCKW könnten durch unbekannte geologische Prozesse produziert werden.