Raumfahrttechnik

Rendezvous und Docking

Zwei Raumschiffe im All zusammenführen und verbinden, ein Manöver, das Präzision auf Zentimeterebene bei Geschwindigkeiten von 28.000 km/h erfordert.

Was ist Rendezvous und Docking?

Zwei Raumschiffe im All zusammenführen und verbinden, ein Manöver, das Präzision auf Zentimeterebene bei Geschwindigkeiten von 28.000 km/h erfordert.

Rendezvous und Docking (RVD) bezeichnet die kontrollierte Annäherung und mechanische Kopplung zweier Raumfahrzeuge im Orbit. Es ist eine der anspruchsvollsten Operationen der Raumfahrt: Beide Objekte rasen mit etwa 28.000 km/h um die Erde, und der letzte Meter muss auf Zentimeter genau stimmen.

Das erste erfolgreiche orbitale Rendezvous gelang 1965 den Gemini-6A- und Gemini-7-Kapseln (Annäherung auf 30 cm, aber kein Docking). Das erste Docking führte Neil Armstrong bei Gemini 8 im März 1966 mit einer Agena-Zielstufe durch. Die Sowjetunion erreichte das erste unbemannte automatische Docking 1967 mit Cosmos 186/188.

Moderne Docking-Systeme sind teilweise vollautomatisch. Das russische Kurs-System (seit den 1980er Jahren) nutzt Radar für die Annäherung. Neuere Systeme wie Relative GPS und LIDAR ermöglichen präzisere automatische Anflüge. SpaceX' Crew Dragon und Boeings Starliner docken autonom an der ISS an; die Crew greift nur bei Anomalien ein.

Für Mondmissionen ist RVD besonders kritisch: Bei Apollo mussten die Mondlandefähre und das Kommandomodul in der Mondumlaufbahn wiederkoppeln, ein Fehlschlag hätte die Rückkehr unmöglich gemacht. Im Artemis-Programm wird Starship als Mondlander am Gateway andocken müssen.