Raumfahrttechnik

3D-Druck im All

Ersatzteile und Werkzeuge direkt an Bord herstellen, additive Fertigung könnte die Abhängigkeit von Nachschubflügen drastisch reduzieren.

Was ist 3D-Druck im All?

Ersatzteile und Werkzeuge direkt an Bord herstellen, additive Fertigung könnte die Abhängigkeit von Nachschubflügen drastisch reduzieren.

3D-Druck (additive Fertigung) im Weltraum ermöglicht es, Werkzeuge, Ersatzteile und Strukturelemente direkt an Bord herzustellen, statt sie von der Erde mitzubringen. Für entfernte Missionen (Mars, Deep Space) ist dies besonders relevant, da Nachschub Monate dauert.

Der erste im All gedruckte Gegenstand wurde 2014 auf der ISS hergestellt: Made In Space druckte mit einem speziell modifizierten FDM-Drucker einen Ratschenschlüssel aus ABS-Kunststoff. Die Datei wurde von der Erde hochgeladen, der erste Anwendungsfall von Digital Manufacturing in der Schwerelosigkeit.

Seitdem hat sich die Technik weiterentwickelt. Die ISS beherbergt mehrere 3D-Drucker, darunter den Additive Manufacturing Facility (AMF), der für Plastikteile genutzt wird, und den European Space Agency Metal 3D Printer, der 2024 erstmals Metallteile (rostfreier Stahl) in der Schwerelosigkeit druckte.

Für den Bau von Habitaten auf Mond und Mars wird 3D-Druck mit Regolith (dem lokalen Gestein) erforscht. Die NASA und ESA finanzieren Projekte, die simulierten Mond- und Marsregolith zu druckfähigem Material verarbeiten. ICON (ein US-Unternehmen) arbeitet im Rahmen eines NASA-Vertrags an einem Regolith-Drucker für Mondbauten. Die Technik verbindet ISRU mit Konstruktion und könnte die Architektur extraterrestrischer Siedlungen grundlegend bestimmen.