SANS (Neuro-Okuläres Syndrom)
Das häufigste Gesundheitsrisiko auf der ISS: Bei 70 % der Langzeitastronauten verändern sich die Augen durch Flüssigkeitsverschiebung im Kopf.
Was ist SANS (Neuro-Okuläres Syndrom)?
Das häufigste Gesundheitsrisiko auf der ISS: Bei 70 % der Langzeitastronauten verändern sich die Augen durch Flüssigkeitsverschiebung im Kopf.
SANS (Spaceflight-Associated Neuro-Ocular Syndrome) ist ein Komplex von Augenveränderungen, der bei rund 70 % der Langzeitastronauten auf der ISS auftritt. Zu den Symptomen gehören Schwellungen des Sehnervenkopfes, Abflachung des Augapfels, Falten in der Netzhaut und Weitsichtigkeit (Hyperopie). NASA stuft SANS als das führende gesundheitliche Risiko der bemannten Raumfahrt ein.
Die Ursache ist multifaktoriell. In der Schwerelosigkeit verlagern sich Körperflüssigkeiten nach oben (cephalad fluid shift): Rund 1–2 Liter Blut und Lymphe wandern in den Kopf. Dies erhöht den intrakraniellen Druck und verändert den Druckunterschied zwischen dem Inneren des Auges und dem Gewebe dahinter (translaminar pressure gradient).
Andere beitragende Faktoren umfassen Veränderungen im lymphatischen Abfluss des Gehirns, Venenstau und mögliche genetische Prädisposition. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, was möglicherweise mit anatomischen Unterschieden im venösen System zusammenhängt.
Gegenmaßnahmen in der Forschung umfassen Unterdruckhosen (Lower Body Negative Pressure), die Flüssigkeit zurück in die Beine ziehen, sowie Schlafpositionen mit leicht erhöhtem Kopf. Für Mars-Missionen ist SANS ein kritisches Problem, da die Sehveränderungen die Arbeitsfähigkeit der Crew gefährden könnten.
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