Snowpiercer
Bong Joon-hos actiongeladene Allegorie über Klassenkampf in einem Zug, der als letzter Lebensraum der Menschheit die gefrorene Erde umkreist.
Was ist Snowpiercer?
Bong Joon-hos actiongeladene Allegorie über Klassenkampf in einem Zug, der als letzter Lebensraum der Menschheit die gefrorene Erde umkreist.
Snowpiercer (2013) ist einer jener Filme, die eine einfache Prämisse in eine vielschichtige Allegorie verwandeln. Regisseur Bong Joon-ho (der später mit Parasite den Oscar für den Besten Film gewann) adaptierte die französische Graphic Novel Le Transperceneige und schuf einen Film, der gleichzeitig Actionfilm, Gesellschaftskritik und absurde Komödie ist.
Die Erde ist nach einem gescheiterten Geoengineering-Experiment in einer neuen Eiszeit erstarrt. Die letzten Überlebenden befinden sich im Snowpiercer, einem perpetuell fahrenden Zug, der die gefrorene Erde umrundet. Die Gesellschaft im Zug spiegelt die der realen Welt: Am hinteren Ende leben die Armen in Elend und Dreck. Am vorderen Ende genießen die Reichen Luxus, Sushi-Bars und Saunen. Curtis (Chris Evans) führt eine Revolte aus dem Heck an, die sich Waggon für Waggon nach vorne kämpft.
Jeder Waggon enthüllt eine neue Ebene der Gesellschaft und eine neue Schicht der Absurdität. Der Film wird zunehmend surrealer, je weiter die Rebellen vordringen. Tilda Swinton liefert als exzentrische Verwalterin Mason eine Oscar-würdige Performance.
Bongs Stärke liegt in seiner Weigerung, Klassenkampf als einfache Gut-gegen-Böse-Geschichte zu erzählen. Die Enthüllungen am Ende des Films stellen die gesamte Revolte in Frage und zeigen, dass auch der Widerstand Teil des Systems sein kann.
Snowpiercer wurde als TV-Serie adaptiert (2020-2023, mit Jennifer Connelly). Der Film bleibt jedoch das schärfere, komprimiertere Werk. Er ist Pflichtfilm für jeden, der sich für die Verbindung von Science Fiction und politischer Analyse interessiert.
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