Sunshine (2007)
Danny Boyles visuell atemberaubender SciFi-Thriller über eine Crew, die eine sterbende Sonne mit einer Atombombe wieder entzünden soll.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Sunshine (2007).
In einer nahen Zukunft, in der die Sonne zu erlöschen droht, schickt die Menschheit das Raumschiff Icarus II mit einer stellaren Bombe auf eine letzte Mission: den sterbenden Stern wieder zu entfachen. Danny Boyle inszeniert dieses Szenario als intensives Kammerspiel im All, das wissenschaftliche Spekulation mit existenzieller Dringlichkeit verbindet. Die achtköpfige Crew steht unter enormem psychologischem Druck, denn sie trägt die gesamte Hoffnung der Menschheit.
Als sie das verschollene Vorgängerschiff Icarus I entdecken, gerät die Mission aus den Fugen. Der Film wechselt im dritten Akt vom harten SciFi-Drama zum Thriller, was bei Kritikern geteilte Meinungen hervorrief. Visuell bleibt Sunshine jedoch unerreicht: Die Darstellung der Sonne als gleichermaßen lebensspendende und vernichtende Kraft erzeugt Bilder von religiöser Wucht.
Die Kameraarbeit von Alwin Küchler fängt das Zusammenspiel von gleißendem Licht und der Dunkelheit des Weltraums in hypnotischen Kompositionen ein. Alex Garland schrieb das Drehbuch und ließ sich von realer Astrophysik beraten, auch wenn die Prämisse bewusst poetische Freiheiten nimmt. Cillian Murphy, Chris Evans und Michelle Yeoh tragen den Film mit eindringlichen Darstellungen.
Der Soundtrack von John Murphy und Underworld wurde zu einem der ikonischsten SciFi-Scores des 21. Jahrhunderts. Sunshine behandelt Themen wie Opferbereitschaft, den Stellenwert rationaler Entscheidungen unter extremem Stress und die Frage, ob eine einzelne Mission das Schicksal einer ganzen Spezies bestimmen darf. Der Film hat über die Jahre eine treue Fangemeinde gewonnen und gilt als unterschätztes Meisterwerk des modernen Science-Fiction-Kinos.
Sunshine reiht sich in eine Tradition von Weltraumfilmen ein, die kosmische Erhabenheit mit existenzieller Bedrohung verbinden, von Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum bis zu Tarkowskis Solaris. Die Verschiebung zum Horror-Thriller im letzten Drittel erinnert an Event Horizon, wurde von Boyle selbst aber als bewusste stilistische Entscheidung verteidigt: Die Sonne als fast religiöse, unfassbare Macht sollte am Ende auch eine Bedrohung werden, die sich der reinen Vernunft entzieht. Für Danny Boyle, der zuvor mit 28 Days Later einen Zombiefilm und später mit Slumdog Millionaire ein Drama inszenierte, ist Sunshine ein Beleg für seine stilistische Bandbreite. Trotz der gemischten Kritiken zum Ende hat der Film über die Jahre an Ansehen gewonnen und wird heute oft als eines der visuell eindrucksvollsten und unterschätzten Weltraumdramen des Genres genannt.
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Sunshine (2007). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/sunshine-2007/ (abgerufen am 12.07.2026).
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