Uncanny Valley
Warum fast-menschliche Roboter unheimlich wirken — das Tal des Unbehagens zwischen Cartoon und perfekter Nachbildung.
Was ist Uncanny Valley?
Warum fast-menschliche Roboter unheimlich wirken — das Tal des Unbehagens zwischen Cartoon und perfekter Nachbildung.
Das Uncanny Valley (unheimliches Tal) ist ein Konzept des japanischen Robotik-Professors Masahiro Mori aus dem Jahr 1970. Es beschreibt das Phänomen, dass die emotionale Reaktion auf einen Roboter oder eine CGI-Figur zunächst positiver wird, je menschenähnlicher sie aussieht, aber ab einem bestimmten Punkt abrupt in Unbehagen umschlägt, bevor sie bei perfekter Menschenähnlichkeit wieder positiv wird. Die Zone des Unbehagens ist das Uncanny Valley.
Ein Teddybär mit Augen löst Sympathie aus. Ein Cartoon-Charakter ebenso. Aber ein fast perfekt menschlicher Roboter, dessen Augen minimal zu starr sind oder dessen Lächeln eine Millisekunde zu spät kommt, erzeugt ein tiefes Gefühl des Falschen.
In Film und Gaming ist das Uncanny Valley ein ständiges Problem: The Polar Express (2004) wurde für seine unheimlich wirkenden CGI-Menschen kritisiert, während Gollum in Herr der Ringe das Valley umschiffte, indem er bewusst nichtmenschlich blieb. Moderne Deepfakes nutzen den Effekt als Waffe: Je besser sie werden, desto schwieriger wird es, das Valley zu erkennen. Mori vermutete, dass das Uncanny Valley evolutionär bedingt ist: Unsere Vorfahren, die Leichen oder kranke Individuen mieden, hatten einen Überlebensvorteil, und fast-menschliches Aussehen triggert denselben Alarm.
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