Was passiert, wenn alle Sterne erlöschen?
Die kosmologische Frage nach dem Ende aller Sterne und dem Schicksal eines Universums in ewiger Dunkelheit.
Die Sterne werden nicht ewig leuchten. In etwa 100 Billionen Jahren wird der letzte Stern im Universum seinen Brennstoff verbraucht haben und erlöschen. Was dann kommt, nennen Kosmologen die Ära der Degeneration: eine Epoche, die Zeiträume umfasst, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengen.
Weiße Zwerge, die Überreste sonnenähnlicher Sterne, kühlen langsam ab und werden zu Schwarzen Zwergen, dunklen, kalten Objekten, die kein Licht mehr aussenden. Neutronensterne und Schwarze Löcher bleiben die letzten strukturierten Objekte. Über unvorstellbare Zeiträume von 10 hoch 40 Jahren zerfallen sogar die Protonen selbst, falls Theorien der Großen Vereinheitlichung zutreffen.
Alle Materie löst sich in Leptonen und Photonen auf. Am Ende bleibt ein Universum nahe dem absoluten Nullpunkt, durchzogen von immer langwelliger werdender Strahlung, in dem nichts mehr geschieht, das als Ereignis bezeichnet werden könnte. Isaac Asimovs Kurzgeschichte Die letzte Frage, die er selbst als seine beste bezeichnete, folgt der Menschheit und ihren Computernachfolgern über kosmische Zeiträume, während sie immer wieder fragen, ob die Entropie umkehrbar ist.
Stephen Baxters Xeelee Sequence spielt in den letzten Epochen des Universums und zeigt Zivilisationen, die gegen den Hitzetod ankämpfen. Olaf Stapledons Star Maker beschrieb bereits 1937 den gesamten Lebenszyklus des Universums. Die Frage, ob intelligentes Leben Strategien finden könnte, um auch in einem sterbenden Universum zu überdauern, wurde von Freeman Dyson und anderen Physikern ernst diskutiert. Die Antworten sind nicht ermutigend, aber die Frage selbst zeigt die Fähigkeit des menschlichen Geistes, über seine eigene Endlichkeit hinauszudenken.
Wie fern diese Zeiträume von der experimentellen Physik entfernt sind, zeigt die Suche nach dem Protonenzerfall selbst. Das Super-Kamiokande-Observatorium in Japan durchsucht seit Jahrzehnten einen riesigen Wassertank nach den seltenen Lichtblitzen, die ein zerfallendes Proton erzeugen würde. Bislang wurde kein einziger Zerfall beobachtet, was die Physiker je nach angenommenem Zerfallskanal zu unteren Grenzen für die Protonenlebensdauer zwischen 10 hoch 33 und über 10 hoch 34 Jahren zwingt. Diese Nichtbeobachtung schließt bereits einige einfache Modelle der Großen Vereinheitlichung aus, lässt die grundsätzliche Frage nach der Stabilität der Materie aber weiterhin offen.
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Was passiert, wenn alle Sterne erlöschen?. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/was-passiert-wenn-alle-sterne-erloeschen/ (abgerufen am 12.07.2026).
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