Astronomie

Weißer Zwerg

Das Endstadium sonnenähnlicher Sterne — erdgroß, aber so dicht wie eine Tonne pro Kubikzentimeter, langsam ausglühend über Billionen Jahre.

Was ist Weißer Zwerg?

Das Endstadium sonnenähnlicher Sterne — erdgroß, aber so dicht wie eine Tonne pro Kubikzentimeter, langsam ausglühend über Billionen Jahre.

Weißer Zwerg
NASA/ESA/Hubble — Weiße Zwerge im Kugelsternhaufen M4, die ältesten bekannten ausgebrannten Sterne

Ein Weißer Zwerg ist der kompakte Überrest eines Sterns, der nicht massereich genug für eine Supernova war. Unsere Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren ihre äußeren Schichten abstoßen, einen planetarischen Nebel bilden und als Weißer Zwerg zurückbleiben: erdgroß, aber mit der halben Sonnenmasse. Ein Teelöffel seiner Materie wiegt etwa eine Tonne.

Weiße Zwerge leuchten durch gespeicherte Wärme, nicht durch Kernfusion. Sie kühlen über Billionen von Jahren aus. Da das Universum erst 13,8 Milliarden Jahre alt ist, hat noch kein Weißer Zwerg das Stadium eines kalten 'Schwarzen Zwergs' erreicht.

H.G. Wells' Zeitmaschine (1895) zeigt eine der frühesten literarischen Visionen einer sterbenden Sonne über einer kahlen Erde. Gene Wolfe siedelt seine Sonnen-Saga (Das Buch der Neuen Sonne, ab 1980) auf einer Erde an, über der eine sterbende, rötlich gewordene Sonne steht. George R.R. Martin nutzt in Dying of the Light (1977) einen abkühlenden Stern als Metapher für das Ende einer Zivilisation.

In Doppelsternsystemen können Weiße Zwerge von einem Begleitstern Materie abziehen und als Typ-Ia-Supernova explodieren. Diese Explosionen dienen als 'Standardkerzen' zur Vermessung des Universums und führten 1998 zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Kosmos.