Dystopie
Das Bruttoinlandssoma
In einer nicht allzu fernen Zukunft hat sich das fiktive Kernland in einen Staat verwandelt, in dem Haltung alles ist – und zwar buchstäblich. Han van Loom entwirft in “Das Bruttoinlandssoma“ eine absurd-komische Dystopie, in der die körperliche Festigkeit der Bürger direkt von ihrer ideologischen Standhaftigkeit abhängt. Wer mit fremdkulturellem Gedankengut in Berührung kommt, riskiert nicht nur gesellschaftliche Ächtung, sondern die physische Auflösung. Günter Futtner, Sachbearbeiter in der Abteilung Haltungskontrolle, hat sein Leben lang Formulare ausgefüllt und die Regeln befolgt. Doch dann lauscht er drei Minuten und siebzehn Sekunden lang Édith Piafs “La Vie en rose“ – und erwacht am nächsten Morgen mit Beinen aus Wackelpudding.
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