Raumfahrttechnik

Airlock (Druckschleuse)

Druckkammer für den sicheren Übergang zwischen der Atmosphäre eines Raumschiffs und dem Vakuum des Weltraums.

Eine Airlock (Druckschleuse, auch Luftschleuse) ist eine Kammer mit zwei gasdichten Türen, die den kontrollierten Übergang zwischen dem Innendruck eines Raumschiffs oder einer Raumstation und dem Vakuum des Weltraums ermöglicht. Das Prinzip ist einfach: Man betritt die Kammer, schließt die innere Tür, pumpt die Luft ab (oder füllt sie wieder auf), und öffnet dann die äußere Tür. Ohne Airlock würde das Öffnen einer Luke die gesamte Atmosphäre des Schiffs ins All entweichen lassen.

Auf der ISS gibt es zwei Airlocks: das amerikanische Quest Joint Airlock (seit 2001) und das russische Poisk-Modul (seit 2009). Jeder Weltraumspaziergang (EVA) beginnt und endet in einer dieser Schleusen. Der Vorgang dauert Stunden, weil die Astronauten erst den Druck in ihren Anzügen langsam anpassen müssen, um Dekompressionskrankheit zu vermeiden.

In der Science-Fiction ist die Airlock eines der ältesten und am häufigsten genutzten Elemente. Sie dient als dramaturgisches Werkzeug: die Bedrohung, ins All geschleust zu werden, ist seit den frühesten Weltraumgeschichten ein Standardspannungselement. In Alien (1979) wird das Xenomorph durch die Airlock ins All geblasen. In The Expanse werden Airlocks als Hinrichtungsinstrumente genutzt. In 2001: Odyssee im Weltraum muss Dave Bowman ohne Helm durch das Vakuum in die Airlock springen, nachdem HAL die Pod-Bay-Türen verweigert.

Die Airlock ist auch ein Symbol für die Fragilität menschlichen Lebens im All: Nur eine dünne Tür trennt Atmosphäre von Vakuum, Überleben von Tod. Jede Fehlfunktion, jede unbeabsichtigte Öffnung ist potenziell tödlich. Diese Spannung macht die Airlock zu einem der effektivsten Schauplätze der Weltraumliteratur.

Gerade technisch ist die Airlock anspruchsvoller, als ihr einfaches Prinzip vermuten lässt, denn jeder Schleusenvorgang kostet wertvolle Atemluft, die ins Vakuum entweicht. Auf einer Raumstation, deren gesamte Atmosphäre mühsam von der Erde gebracht oder vor Ort erzeugt werden muss, ist dieser Verlust ein ernstes Problem. Deshalb wird die Luft moderner Schleusen vor dem Öffnen nicht einfach abgelassen, sondern weitgehend zurück ins Innere gepumpt, was Zeit und Energie erfordert. Für künftige Mond- und Marsbasen kommt der allgegenwärtige, scharfkantige Staub als Herausforderung hinzu, der beim Außeneinsatz an den Anzügen haftet und beim Wiedereintritt ins Habitat gelangt. Konzepte wie der Suitport, bei dem der Raumanzug von außen direkt an die Schleusenwand andockt und der Astronaut von innen hineinschlüpft, sollen genau das verhindern und zugleich den Luftverlust minimieren. Die Airlock ist damit nicht nur ein dramatischer Schauplatz, sondern ein sorgfältig durchdachtes Stück Lebenserhaltungstechnik, das die fragile Grenze zwischen bewohnbarem Innenraum und tödlichem Vakuum jeden Tag aufs Neue sicher überbrücken muss.

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