Babylon 5
Bahnbrechende TV-Serie der 1990er, die als erste SF-Serie einen durchgängigen Fünf-Jahres-Handlungsbogen erzählte.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus der Serie Babylon 5.
Babylon 5 (1994-1998) war ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus. Showrunner J. Michael Straczynski plante von Beginn an einen Fünf-Jahres-Story-Arc, eine Erzählstruktur, die heute bei Serien Standard ist, in den 1990ern aber revolutionär war. Während Star Trek und andere SF-Serien episodisch erzählten, baute Babylon 5 ein komplexes Netz aus politischen Intrigen, persönlichen Dramen und kosmischen Konflikten auf, das sich über die gesamte Laufzeit entfaltete.
Die Handlung spielt auf der gleichnamigen Raumstation, einem diplomatischen Außenposten, auf dem Menschen und verschiedene Alien-Zivilisationen versuchen, Frieden zu wahren. Im Hintergrund tobt ein uralter Krieg zwischen den Schatten und den Vorlonen, zwei Ur-Zivilisationen mit grundlegend verschiedenen Philosophien: Ordnung gegen Chaos, Kontrolle gegen Evolution.
Die Serie behandelte Themen, die für das Genre ungewöhnlich waren: Faschismus und der Aufstieg autoritärer Regime (der Earth Alliance-Handlungsstrang ist eine transparente Allegorie), religiöser Fanatismus, Sucht, PTBS und die moralischen Kosten von Krieg. Die Figuren entwickeln sich über die Staffeln hinweg tiefgreifend. Londo Mollari und G'Kar durchlaufen eine der beeindruckendsten Charakter-Transformationen in der TV-Geschichte.
Technisch war Babylon 5 ein Pionier: Die Serie nutzte als erste CGI für die Weltraumszenen anstelle physischer Modelle. Das wirkt heute veraltet, war damals aber bahnbrechend.
Babylon 5 litt unter dem Schatten von Deep Space Nine, das fast zeitgleich startete und ähnliche Themen behandelte. Der Plagiat-Vorwurf wurde nie geklärt. Dennoch hat Babylon 5 eine treue Fangemeinde, und ihr Einfluss auf das serialisierte Erzählen im Fernsehen ist kaum zu überschätzen.
Die Serie wurde zweimal mit dem Hugo Award für die beste dramatische Präsentation ausgezeichnet: 1996 für die Folge The Coming of Shadows und 1997 für Severed Dreams, in der die Besatzung der Station sich offen gegen die Erdallianz auflehnt. Auch bei den Computereffekten war Babylon 5 ein Vorreiter: Für den Pilotfilm liefen die Renderings noch über ein Netzwerk aus Amiga-Rechnern, später übernahm die Effektfirma Foundation Imaging die Arbeit mit einem Verbund aus Pentium-PCs und DEC-Alpha-Workstations, ein für eine Fernsehserie der 1990er ungewöhnlich aufwendiger Ansatz.
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Babylon 5. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/babylon-5/ (abgerufen am 12.07.2026).
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