Backup-Körper
Ein Backup-Körper ist ein vorbereiteter Ersatzkörper für gespeicherte Erinnerungen oder Bewusstseinskopien.
Ein Backup-Körper ist ein Ersatzkörper, der für eine digitale, biologische oder anderweitig gespeicherte Person bereitsteht. Das Motiv setzt meist voraus, dass Bewusstsein, Erinnerungen oder Persönlichkeitsmuster speicherbar sind. Stirbt der aktuelle Körper, kann die Person in einen neuen Körper übertragen werden. Das klingt nach Unsterblichkeit, erzeugt aber sofort Fragen nach Identität, Eigentum und sozialer Ungleichheit.
Bekannte Varianten finden sich in Richard K. Morgans 'Altered Carbon'. Dort werden Bewusstseine in cortical stacks gespeichert und in Sleeves, also Körper, eingesetzt. Reiche Menschen können hochwertige Körper, Klone oder Backups nutzen, während arme Menschen schlechtere oder fremde Körper erhalten. In 'Dollhouse', 'Westworld' und verschiedenen Cyberpunk-Welten erscheinen verwandte Systeme, bei denen Körper Hüllen für programmierbare Identität werden.
Ein Backup-Körper kann biologisch geklont, künstlich gezüchtet, gedruckt oder robotisch sein. Jede Variante hat eigene Probleme. Ein Klonkörper wirft Fragen nach Wachstumszeit, Bewusstsein und Rechten auf. Ein künstlicher Körper verändert Sinneswahrnehmung und soziale Identität. Ein vorbereiteter leerer Körper ist ethisch besonders heikel, wenn er nie nur Material ist. Selbst bei einer rein technischen Hülle bleibt die Frage: Ist die geladene Person dieselbe oder eine Fortsetzungskopie?
Das Motiv legt soziale Spaltung offen. Menschen mit Zugang zu Backup-Körpern entkommen Krankheit, Alter und Risiko. Menschen ohne diesen Zugang bleiben sterblich. Kriminalität, Erbrecht, Versicherung, Militär und Beziehungsethik würden sich verändern. Mord wäre vielleicht Sachbeschädigung plus Datenverlust, wenn ein Backup existiert. Oder er wäre endgültig, wenn die letzte Kopie zerstört wird. Backup-Körper machen Sterblichkeit verhandelbar, aber nicht gerecht.
Bei Backup-Körper hängen die stärksten Szenarien an konkreten Folgekosten: Energie, Material, Körperzugriff, politische Kontrolle und Ausfallrisiko verändern die Handlung unmittelbar. Das Motiv wirkt besonders dann glaubwürdig, wenn diese Kosten nicht ausgeblendet werden.
Eine Gesellschaft mit Backup-Körpern müsste außerdem klären, wie viele Versionen einer Person zulässig sind. Ein einziger gespeicherter Geist könnte parallel in mehreren Körpern laufen, sich auseinanderentwickeln und konkurrierende Ansprüche erheben. Aus Unsterblichkeit wird dann Vervielfältigung, und aus Identität ein Rechtsstreit.
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Backup-Körper. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/backup-koerper/ (abgerufen am 04.06.2026).
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