Blockchain
Dezentrale, fälschungssichere Datenbank, bei der jeder neue Eintrag kryptografisch mit dem vorherigen verkettet wird.
Eine Blockchain ist im Kern eine Kette von Datenblöcken, die durch kryptografische Hashes miteinander verbunden sind. Jeder Block enthält einen Zeitstempel, Transaktionsdaten und den Hash des vorherigen Blocks. Weil diese Kette auf vielen Rechnern gleichzeitig gespeichert wird, lässt sie sich nicht nachträglich manipulieren, ohne dass die Abweichung sofort auffällt.
Bitcoin hat 2009 als erste große Anwendung gezeigt, dass Vertrauen zwischen Fremden ohne zentrale Instanz möglich ist. Ethereum erweiterte das Konzept ab 2015 um programmierbare Verträge (Smart Contracts). Seitdem ist ein ganzes Ökosystem entstanden, von dezentralen Finanzdienstleistungen über digitale Kunst (NFTs) bis hin zu dezentralen Organisationen (DAOs). Der Gesamtmarkt hat im November 2024 erstmals die 3-Billionen-Dollar-Marke überschritten.
In der Science-Fiction spielen dezentrale, unveränderliche Datensysteme eine wichtige Rolle in Geschichten über Machtverteilung. Cory Doctorows Walkaway (2017) beschreibt eine Gesellschaft, die sich durch dezentrale Technologien vom Einfluss von Konzernen und Regierungen befreit. Daniel Suarez' Daemon-Reihe zeigt ein KI-gesteuertes Netzwerk, das über dezentrale Protokolle eine alternative Gesellschaftsordnung aufbaut. Karl Schroeder hat in Stealing Worlds (2019) eine Blockchain-basierte Zukunftsökonomie entworfen.
Gerade die Blockchain verspricht etwas, das lange undenkbar schien: Vertrauen zwischen Fremden ohne eine zentrale Instanz, die es garantiert. Aus dieser Idee ist binnen weniger Jahre ein ganzes Ökosystem von Währungen, Verträgen und Organisationen erwachsen, mit allen Übertreibungen und Zusammenbrüchen, die solche Goldgräberstimmungen begleiten. Die Science-Fiction interessiert sich weniger für den Kursgewinn als für die politische Sprengkraft des Dezentralen, für Gesellschaften, die sich der Kontrolle von Konzernen und Staaten entziehen. Damit ist die Blockchain weniger eine Geldfrage als eine Frage der Machtverteilung.
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