Planetologie

Eisvulkanismus

Wenn statt Lava Eis und Matsch aus einem Vulkan strömen, auf Ceres, Pluto und Titan in verschiedenen Formen nachgewiesen.

Was ist Eisvulkanismus?

Wenn statt Lava Eis und Matsch aus einem Vulkan strömen, auf Ceres, Pluto und Titan in verschiedenen Formen nachgewiesen.

Eisvulkanismus ist eine Form des Kryovulkanismus, bei der ein Gemisch aus Wassereis, Ammoniak und organischen Stoffen an die Oberfläche eines Himmelskörpers tritt und dort gefriert. Während Geysire Material explosiv ins All schleudern, erzeugt Eisvulkanismus eher langsam fließende Eisströme und Aufwölbungen.

Auf Ceres entdeckte die Dawn-Sonde 2015 den Ahuna Mons, einen 4 km hohen Eisvulkan-Kegel, der innerhalb der letzten 200 Millionen Jahre durch den Aufstieg von salzhaltigem Matsch aus dem Inneren entstanden sein dürfte. Die hellen Flecken im Occator-Krater sind ebenfalls Spuren kryovulkanischer Aktivität: Salzablagerungen von aufgestiegenem Untergrundwasser.

Auf Pluto zeigten New-Horizons-Daten 2015 die Wright- und Piccard-Mons, bis zu 5 km hohe Strukturen, die als Eisvulkane interpretiert werden. 2022 bestätigte eine Studie, dass diese Strukturen geologisch jung sind und auf relativ rezenten Kryovulkanismus hindeuten.

Auf Titan deuten Cassini-Radardaten auf Sotra Patera hin, eine 1.500 m tiefe Senke mit angrenzenden Fließstrukturen, möglicherweise ein kryovulkanischer Krater.

Eisvulkanismus zeigt, dass geologische Aktivität kein Privileg der inneren Gesteinsplaneten ist, auch in den kalten Außenbereichen des Sonnensystems gibt es dynamische Oberflächen.