Kryovulkanismus
Eisvulkane, die statt Lava Wasser, Ammoniak oder Methan ausspucken, ein Phänomen auf Enceladus, Triton und Europa.
Was ist Kryovulkanismus?
Eisvulkane, die statt Lava Wasser, Ammoniak oder Methan ausspucken, ein Phänomen auf Enceladus, Triton und Europa.
Kryovulkanismus ist das kalte Pendant zum irdischen Vulkanismus: Statt geschmolzenem Gestein wird flüssiges oder gasförmiges Wasser, Ammoniak oder Methan an die Oberfläche befördert, wo es sofort gefriert. Die spektakulärsten Beispiele sind die Eisgeysire von Enceladus, die aus vier großen Spalten (Tiger Stripes) am Südpol bis zu 250 kg Material pro Sekunde ins All schleudern und Saturns E-Ring speisen.
Auf Triton fotografierte Voyager 2 etwa 50 dunkle Plumes am Südpol, Stickstoff-Geysire, die Material 8 km hoch in die dünne Atmosphäre schießen. Auf Titan deuten Cassini-Radardaten auf kryovulkanische Strukturen hin, die möglicherweise Wasser-Ammoniak-Gemisch aus dem Inneren an die Oberfläche bringen.
Der Antrieb hinter Kryovulkanismus sind Gezeitenkräfte: Jupiter und Saturn kneten ihre Monde, die innere Reibung erzeugt Wärme, schmilzt Eis und baut Druck auf, der sich in Eruptionen entlädt. Für die Astrobiologie sind kryovulkanische Plumes ein Geschenk, sie bringen Material aus den subglazialen Ozeanen direkt an die Oberfläche, wo Sonden es analysieren können, ohne durch kilometerdickes Eis bohren zu müssen.
In Kim Stanley Robinsons 2312 (2012) sind Kryovulkane auf verschiedenen Monden aktive geologische Kräfte, die die Kolonisierung beeinflussen.
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