Ereignishorizont
Die Grenze eines Schwarzen Lochs, ab der nichts mehr entkommen kann — nicht einmal Licht. Ein Einweg-Tor in die Unendlichkeit.
Was ist Ereignishorizont?
Die Grenze eines Schwarzen Lochs, ab der nichts mehr entkommen kann — nicht einmal Licht. Ein Einweg-Tor in die Unendlichkeit.
Der Ereignishorizont ist die mathematisch definierte Grenzfläche eines Schwarzen Lochs, jenseits derer die Fluchtgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit übersteigt. Alles, was den Ereignishorizont überschreitet — Materie, Licht, Information — kann nie wieder zurückkehren. Es ist keine physische Oberfläche, sondern eine Grenze in der Raumzeitkrümmung.
Das Paradoxe: Für einen Beobachter, der in ein Schwarzes Loch fällt, ist der Horizont nicht als Barriere spürbar. Bei einem supermassereichen Schwarzen Loch wie Sagittarius A* könnte ein Mensch den Horizont passieren, ohne etwas Ungewöhnliches zu bemerken. Erst danach wird die Spaghettifizierung unausweichlich. Für einen außenstehenden Beobachter hingegen scheint die Zeit des Fallenden am Horizont einzufrieren — er wird immer röter und langsamer, ohne den Horizont je zu erreichen.
Der Film Event Horizon (1997) nutzt den Begriff als Titel und Metapher: Ein Raumschiff, das durch ein künstliches Schwarzes Loch gereist ist und etwas aus einer anderen Dimension mitgebracht hat. Christopher Nolans Interstellar (2014) visualisierte den Fall durch einen Ereignishorizont mit wissenschaftlicher Beratung von Kip Thorne. In der literarischen SF ist der Ereignishorizont die ultimative Metapher für das Unwiderrufliche und das Unbekannte.
Das Event Horizon Telescope lieferte 2019 (M87) und 2022 (Sagittarius A*) die ersten realen Bilder von Ereignishorizonten.
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