Exotische Biochemie
Sammelbegriff für alle hypothetischen Lebensformen, die nicht auf Kohlenstoff, Wasser und DNA basieren.
Was ist Exotische Biochemie?
Sammelbegriff für alle hypothetischen Lebensformen, die nicht auf Kohlenstoff, Wasser und DNA basieren.
Irdisches Leben basiert auf einem engen chemischen Rezept: Kohlenstoff als Gerüst, Wasser als Lösungsmittel, DNA/RNA als Informationsträger, Proteine als molekulare Maschinen. Exotische Biochemie fragt: Was wäre, wenn man jede dieser Komponenten austauscht?
Alternative Gerüstelemente: Silizium (ähnliche Bindungseigenschaften wie Kohlenstoff), Bor (bildet komplexe Clusterverbindungen). Alternative Lösungsmittel: Ammoniak (kalt), Schwefelsäure (heiß, wie Venus-Wolken), Methan/Ethan (sehr kalt, wie Titan-Seen), überkritisches CO₂. Alternative Informationsträger: XNA (Xeno-Nukleinsäuren), synthetische Erbmoleküle, die im Labor bereits 2012 funktionsfähig hergestellt wurden (Pinheiro et al., Science).
Die XNA-Forschung zeigt, dass die Natur nicht auf DNA und RNA festgelegt ist: Mindestens sechs alternative Nukleinsäure-Polymere können Informationen speichern und vererben. Das bedeutet, dass außerirdisches Leben seine Erbinformation in Molekülen speichern könnte, die kein irdisches Instrument erkennt.
In der Science Fiction ist exotische Biochemie der Schlüssel zu glaubwürdigem Alien-Design. Robert Forwards Dragon's Egg (1980) entwirft Leben aus entarteter Materie auf einem Neutronenstern. Octavia Butlers Lilith's Brood (1987–1989) zeigt Aliens mit völlig anderer Genetik.
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