Ammoniakbasiertes Leben
Ammoniak statt Wasser als Lösungsmittel, auf kalten Welten wie Titan oder Gasriesen-Monden theoretisch denkbar.
Was ist Ammoniakbasiertes Leben?
Ammoniak statt Wasser als Lösungsmittel, auf kalten Welten wie Titan oder Gasriesen-Monden theoretisch denkbar.
Wasser ist das Lösungsmittel des irdischen Lebens, aber es ist nicht das einzig mögliche. Flüssiges Ammoniak (NH₃) hat ähnliche Eigenschaften: Es löst viele organische Verbindungen, ermöglicht Wasserstoffbrückenbindungen und bleibt bei viel tieferen Temperaturen flüssig (Schmelzpunkt −78 °C, Siedepunkt −33 °C bei Normaldruck). Auf einem kalten Planeten mit hohem Druck könnte Ammoniak die Rolle übernehmen, die Wasser auf der Erde spielt.
Schon 1954 schlug der Biochemiker J.B.S. Haldane Ammoniak als alternatives Lebenslösungsmittel vor. In Ammoniak würden andere chemische Reaktionen begünstigt: Statt der Kohlenstoff-Sauerstoff-Chemie irdischen Lebens wäre eine Kohlenstoff-Stickstoff-Chemie dominant. Proteine und Nukleinsäuren hätten andere Strukturen, könnten aber ähnliche Funktionen erfüllen.
Im Sonnensystem kommt flüssiges Ammoniak auf keiner Oberfläche vor, aber unter den Eiskrusten einiger Monde (Titan, Ganymed) könnte Wasser-Ammoniak-Gemisch existieren, das bei tieferen Temperaturen flüssig bleibt als reines Wasser.
Hal Clement, der Meister der Hard SF, entwarf in Close to Critical (1964) einen Planeten mit exotischer Chemie. Isaac Asimov diskutierte ammoniakbasiertes Leben in seinen populärwissenschaftlichen Essays.
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