Astrobiologie

Titan-Biochemie

Auf Titan regnet es Methan statt Wasser, wenn dort Leben existiert, wäre seine Biochemie grundlegend anders als alles Bekannte.

Was ist Titan-Biochemie?

Auf Titan regnet es Methan statt Wasser, wenn dort Leben existiert, wäre seine Biochemie grundlegend anders als alles Bekannte.

Titan-Biochemie
ESA/NASA/JPL/University of Arizona, Huygens-Aufnahme der Titan-Oberfläche mit Methan-Flussbetten, 2005

Titans Oberfläche gleicht einer bizarren Spiegelversion der Erde: Flüsse, Seen und Meere existieren, aber sie bestehen aus flüssigem Methan und Ethan bei −179 °C. Eine dichte Stickstoffatmosphäre (1,5-facher Erddruck) erzeugt Wetterzyklen mit Methanregen, Nebel und Dünen aus organischen Kohlenwasserstoffen.

2015 schlugen Forscher der Cornell University ein theoretisches Zellmodell vor, das 'Azotosom', das in flüssigem Methan funktionieren könnte. Statt einer Lipid-Doppelschicht (wie irdische Zellmembranen) bestünde es aus Acrylnitril, einer Verbindung, die Cassini tatsächlich in Titans Atmosphäre nachgewiesen hat.

Das Problem: In flüssigem Methan laufen chemische Reaktionen extrem langsam. Titan-Leben wäre, falls es existiert, wahrscheinlich so langsam, dass ein einziger Stoffwechselzyklus Wochen oder Monate dauern könnte. Klassische Biosignaturen wie freier Sauerstoff würden fehlen, man müsste nach völlig anderen chemischen Ungleichgewichten suchen.

NASAs Dragonfly-Mission, geplant für einen Start 2028 mit Ankunft 2034, wird mit einem nuklearbetriebenen Drohnen-Helikopter über Titans Oberfläche fliegen und gezielt nach präbiotischer Chemie suchen.

In Kurt Vonneguts The Sirens of Titan (1959) ist der Mond ein zentraler Schauplatz. Ben Bovas Titan (2006) entwirft Meereslebewesen in Titans Kohlenwasserstoff-Ozeanen.