Great Filter
Hypothetische Barriere in der Entwicklung von Zivilisationen, die erklärt, warum wir keine Spuren fortgeschrittener Alien-Zivilisationen finden.
Was ist Great Filter?
Hypothetische Barriere in der Entwicklung von Zivilisationen, die erklärt, warum wir keine Spuren fortgeschrittener Alien-Zivilisationen finden.
Das Great-Filter-Konzept, 1996 vom Ökonomen Robin Hanson formuliert, bietet eine der beunruhigendsten Antworten auf das Fermi-Paradoxon. Die Grundidee: Zwischen toter Materie und einer die Galaxis besiedelnden Zivilisation liegt mindestens ein extrem unwahrscheinlicher Entwicklungsschritt, der fast alle potenziellen Zivilisationen ausfiltert. Die entscheidende Frage ist, ob dieser Filter hinter uns oder vor uns liegt. Liegt er hinter uns, etwa bei der Entstehung von Leben, dem Sprung zur Eukaryotenzelle oder der Entwicklung von Intelligenz, dann sind wir eine kosmische Ausnahme und haben gute Aussichten. Liegt er vor uns, etwa in Form von Selbstzerstörung durch Technologie, Ressourcenerschöpfung oder einem noch unbekannten Risiko, dann steht der Menschheit das Schlimmste noch bevor. Aus diesem Grund wäre die Entdeckung selbst primitiven Lebens auf dem Mars eine zutiefst beunruhigende Nachricht: Sie würde bedeuten, dass der Schritt zum Leben einfach ist und der Filter wahrscheinlich noch vor uns liegt. Das Konzept hat in der Science-Fiction vielfältigen Niederschlag gefunden. Liu Cixins Trisolaris-Trilogie mit ihrer Dunkler-Wald-Theorie formuliert einen spezifischen Filter: Jede Zivilisation, die sich bemerkbar macht, wird von älteren Zivilisationen vernichtet. Alastair Reynolds' Revelation-Space-Universum verwendet die Inhibitoren als kosmische Filterinstanz. Peter Watts' Blindsight suggeriert, dass Bewusstsein selbst eine evolutionäre Sackgasse sein könnte. Das Great-Filter-Konzept zwingt zu einer unbequemen Reflexion über den Platz der Menschheit im Universum und die Frage, ob technologische Zivilisationen ein inhärentes Verfallsdatum haben.
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