Immunschwäche im All
Das Immunsystem funktioniert in der Schwerelosigkeit schlechter, latente Viren reaktivieren sich, und die Abwehr gegen neue Erreger ist reduziert.
Was ist Immunschwäche im All?
Das Immunsystem funktioniert in der Schwerelosigkeit schlechter, latente Viren reaktivieren sich, und die Abwehr gegen neue Erreger ist reduziert.
Die Schwerelosigkeit beeinträchtigt das Immunsystem auf mehreren Ebenen. T-Zellen zeigen eine verringerte Aktivierung und Proliferation, die Zytokin-Produktion ist verändert, und natürliche Killerzellen arbeiten weniger effektiv. Gleichzeitig werden Bakterien in Schwerelosigkeit virulenter und resistenter gegen Antibiotika, ein ungünstiges Zusammenspiel.
Latente Viren reaktivieren sich auf der ISS häufig. Studien zeigen, dass bei über 50 % der Astronauten Herpes-simplex-Viren, Varicella-Zoster-Viren (Windpocken/Gürtelrose) oder Epstein-Barr-Viren während oder nach dem Flug reaktivieren. Die meisten Reaktivierungen verlaufen asymptomatisch, aber auf einer Mars-Mission ohne medizinische Infrastruktur könnte ein Ausbruch gefährlich werden.
Die Ursachen sind multifaktoriell: Stress, veränderte Cortisol-Spiegel, Schlafmangel, kosmische Strahlung und die Schwerelosigkeit selbst beeinflussen die Immunfunktion. Mikrogravitation verändert die Genexpression in Immunzellen und reduziert die Effizienz der Immunüberwachung.
Gegenmaßnahmen umfassen Impfungen vor dem Flug, probiotische Ernährung, Stressmanagement und die Erforschung immunstimulierender Medikamente. Für Mars-Missionen wird auch eine strikte Quarantäne der Crew vor dem Start diskutiert, um mitgebrachte Pathogene zu minimieren.
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