Planetologie

Mini-Neptun

Planeten zwischen Erde und Neptun mit dicker Gashülle, möglicherweise die häufigsten Planeten in der Galaxie, aber ohne Entsprechung im Sonnensystem.

Was ist Mini-Neptun?

Planeten zwischen Erde und Neptun mit dicker Gashülle, möglicherweise die häufigsten Planeten in der Galaxie, aber ohne Entsprechung im Sonnensystem.

Mini-Neptune sind Planeten mit 2–10 Erdmassen und einer ausgedehnten Wasserstoff-Helium-Atmosphäre, die einen Gesteinskern umhüllt. Sie sind kleiner als Neptun, aber deutlich größer als die Erde, und besitzen keine feste Oberfläche, auf der man stehen könnte.

Daten des Kepler-Teleskops zeigen eine merkwürdige 'Radius-Lücke' bei Exoplaneten: Es gibt auffällig wenige Planeten mit 1,5–2 Erdradien. Unterhalb dieser Grenze dominieren Gesteinsplaneten (Super-Erden), oberhalb Mini-Neptune. Die Erklärung: Planeten in der Lücke verlieren ihre Atmosphäre durch stellare Strahlung (Photoevaporation) und schrumpfen zu nackten Gesteinskernen.

K2-18 b, 2024 intensiv von JWST untersucht, ist ein Mini-Neptun in der habitablen Zone, der möglicherweise einen Wasserozean unter seiner Gashülle besitzt, ein sogenannter 'Hycean World' (hydrogen ocean). Diese Idee, 2021 von Nikku Madhusudhan vorgeschlagen, erweitert die Suche nach bewohnbaren Welten über Gesteinsplaneten hinaus.

In Becky Chambers' Record of a Spaceborn Few (2018) werden verschiedene Planetentypen als Hintergrund für gesellschaftliche Fragen genutzt.