Quantenparallelismus
Die Fähigkeit eines Quantencomputers, dank Superposition viele mögliche Lösungen gleichzeitig zu verarbeiten.
Quantenparallelismus ist der Grund, warum Quantencomputer bestimmte Probleme schneller lösen können als klassische Rechner. Ein System aus n Qubits in Superposition repräsentiert 2^n Zustände gleichzeitig. 50 Qubits repräsentieren also über eine Billiarde Zustände parallel, mehr als ein Petabyte klassischer Speicher fassen könnte.
Der entscheidende Punkt: Man kann eine Berechnung einmal ausführen, und sie wirkt auf alle 2^n Zustände gleichzeitig. Das klingt nach dem ultimativen Parallelrechner, ist aber komplizierter. Bei der Messung kollabiert das System in einen einzigen Zustand. Die Kunst der Quantenalgorithmik besteht darin, die Interferenz zwischen den Zuständen so zu steuern, dass die richtige Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit gemessen wird und falsche Antworten sich gegenseitig auslöschen.
Deshalb ist ein Quantencomputer kein universeller Beschleuniger. Für die meisten alltäglichen Aufgaben (E-Mails, Textverarbeitung, Webseiten) bietet er keinen Vorteil. Sein Potenzial liegt bei Problemen, die eine spezielle mathematische Struktur haben, die Quanteninterferenz ausnutzen kann.
Gerade der Quantenparallelismus ist die am häufigsten missverstandene Eigenschaft des Quantencomputers. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein unendlich schneller Parallelrechner, der alle Antworten auf einmal liefert, doch der Haken liegt in der Messung, bei der nur ein einziger Zustand übrig bleibt. Der wahre Trick besteht darin, die vielen überlagerten Möglichkeiten durch geschickte Interferenz so zu lenken, dass sich die richtige Antwort verstärkt und die falschen auslöschen. Genau deshalb ist ein Quantencomputer kein Wunderwerkzeug für alles, sondern eine hochspezialisierte Maschine für Probleme mit der passenden mathematischen Struktur.
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