Astronomie

Sonnenwinde

Ständiger Strom geladener Teilchen von der Sonne — verantwortlich für Polarlichter, gefährlich für Astronauten und Elektronik.

Was ist Sonnenwinde?

Ständiger Strom geladener Teilchen von der Sonne — verantwortlich für Polarlichter, gefährlich für Astronauten und Elektronik.

Sonnenwinde
NASA/Goddard Space Flight Center — Koronaler Massenauswurf der Sonne, aufgenommen vom Solar Dynamics Observatory

Der Sonnenwind ist ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen (hauptsächlich Protonen und Elektronen), der von der Sonnenkorona mit Geschwindigkeiten von 300 bis 800 km/s ins All strömt. Er formt die Heliosphäre — eine Blase, die das gesamte Sonnensystem umhüllt und vor interstellarer kosmischer Strahlung schützt.

Bei Sonneneruptionen (Coronal Mass Ejections) werden Milliarden Tonnen Plasma ins All geschleudert. Treffen diese auf das Erdmagnetfeld, entstehen geomagnetische Stürme, die Polarlichter erzeugen, aber auch Satelliten, Stromnetze und Kommunikation stören können. Das Carrington-Ereignis von 1859 war der stärkste dokumentierte geomagnetische Sturm und legte Telegrafenleitungen lahm. Ein vergleichbares Ereignis heute könnte globale Infrastruktur für Wochen oder Monate lahmlegen.

In der Science Fiction sind Sonnenstürme ein beliebtes Katastrophenszenario. Stephen Baxter widmete dem Thema seinen Roman Sunstorm (2005). Die Strahlenbelastung durch Sonnenwind und kosmische Strahlung ist ein reales Problem für bemannte Marsmissionen und Langzeitraumfahrt — Andy Weirs Der Marsianer thematisiert dies am Rande.

Die Voyager-Sonden haben 2012 und 2018 die Heliopause erreicht — die Grenze, an der der Sonnenwind auf das interstellare Medium trifft. Jenseits dieser Grenze endet der Einfluss unserer Sonne.

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