Steady-State-Universum
Die widerlegte Theorie, dass das Universum ewig existiert und ständig neue Materie erzeugt, um trotz Expansion gleich auszusehen.
Das Steady-State-Modell wurde 1948 von Fred Hoyle, Thomas Gold und Hermann Bondi als Alternative zur Urknalltheorie vorgeschlagen. Die Kernidee: Das Universum hat keinen Anfang und kein Ende. Es expandiert zwar (wie beobachtet), aber ständig entsteht neue Materie aus dem Nichts, um die Dichte konstant zu halten. Das Universum sieht zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort im Großen gleich aus (perfektes kosmologisches Prinzip).
Die benötigte Materieproduktion wäre extrem gering: etwa ein Wasserstoffatom pro Kubikmeter alle zehn Milliarden Jahre, weit unter jeder messbaren Schwelle. Hoyle führte dafür ein C-Feld (Creation Field) in die Feldgleichungen ein.
Das Modell war jahrelang eine ernstzunehmende Alternative. Fred Hoyle prägte sogar den Begriff Big Bang als abwertende Bezeichnung für die Konkurrenztheorie in einer BBC-Radiosendung 1949. Die Urknalltheorie gewann erst endgültig, als Arno Penzias und Robert Wilson 1965 die kosmische Hintergrundstrahlung entdeckten. Diese gleichmäßige Mikrowellenstrahlung mit einer Temperatur von 2,725 Kelvin ist ein Relikt des heißen, dichten Anfangszustands, genau wie von George Gamow und Ralph Alpher vorhergesagt. Im Steady-State-Modell gibt es keinen heißen Anfang und damit keine Erklärung für diese Strahlung.
Weitere Widerlegungen folgten: Die beobachtete Elementhäufigkeit (75 % Wasserstoff, 25 % Helium) stimmt mit der primordialen Nukleosynthese des Urknalls überein. Tiefe Durchmusterungen zeigen, dass das Universum in der Vergangenheit anders aussah als heute (mehr Quasare, andere Galaxientypen), was dem perfekten kosmologischen Prinzip widerspricht.
Historisch bleibt das Steady-State-Modell ein Beispiel für produktiven wissenschaftlichen Wettbewerb: Der Druck, es zu widerlegen, trieb die beobachtende Kosmologie zu präziseren Messungen.
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