Astronomie

Sternhaufen

Ansammlungen von Hunderten bis Millionen gravitativ gebundener Sterne — offene Haufen sind jung, Kugelsternhaufen uralt.

Was ist Sternhaufen?

Ansammlungen von Hunderten bis Millionen gravitativ gebundener Sterne — offene Haufen sind jung, Kugelsternhaufen uralt.

Sternhaufen
NASA/ESA/Hubble — Kugelsternhaufen Omega Centauri mit rund 10 Millionen Sternen (CC BY 4.0)

Sternhaufen sind Gruppen von Sternen, die durch gemeinsame Gravitation gebunden sind und zusammen entstanden. Es gibt zwei Haupttypen: Offene Sternhaufen enthalten einige Hundert bis Tausend meist junge Sterne und lösen sich über einige Hundert Millionen Jahre auf (Beispiel: die Plejaden). Kugelsternhaufen enthalten Hunderttausende bis Millionen alter Sterne in einer dichten Kugel und umkreisen als Satelliten die Galaxie (Beispiel: Omega Centauri mit mehreren Millionen Sternen).

In Kugelsternhaufen stehen die Sterne so dicht, dass der Nachthimmel auf einem Planeten dort Tausende heller Sterne zeigen würde — ein permanentes Sternenmeer. Isaac Asimovs Nightfall (1941) spielt auf einem Planeten in einem Mehrfachsternsystem, wo Dunkelheit so selten ist, dass ihr Eintreten die Zivilisation zerstört — ein Szenario, das in einem Sternhaufen noch extremer wäre.

Für die Astrobiologie sind Kugelsternhaufen problematisch: Die hohe Sterndichte bedeutet häufige gravitationale Störungen, die Planetenbahnen destabilisieren. Gleichzeitig könnten die kurzen interstellaren Abstände (Bruchteile eines Lichtjahres) interstellare Reisen trivial machen. Greg Egan und Alastair Reynolds haben Kugelsternhaufen als Settings genutzt.

Die Milchstraße besitzt etwa 150 bekannte Kugelsternhaufen, die meisten älter als 10 Milliarden Jahre — Relikte aus der Frühzeit der Galaxie.

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