Wendelstein 7-X
Der weltweit größte Stellarator-Fusionsreaktor am Max-Planck-Institut in Greifswald, der die Dauerbetriebsfähigkeit von Fusionsplasmen erforscht.
Wendelstein 7-X ist ein Stellarator-Experiment am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. Mit 50 supraleitenden Magnetspulen und einem Plasmavorrat von 30 Kubikmetern ist es das fortschrittlichste Stellarator-Experiment der Welt. Der Name stammt vom Wendelstein, einem Berg in den Bayerischen Alpen.
Der Bau dauerte von 2005 bis 2015 und kostete rund 1,06 Milliarden Euro. Seit der Inbetriebnahme hat Wendelstein 7-X kontinuierlich Rekorde gebrochen: 2023 erreichte er eine Energiemenge von 1,3 Gigajoule in einem einzigen Plasmaexperiment, 2025 hielt er Plasma über acht Minuten bei Fusionstemperaturen stabil. Diese Langzeitexperimente sind entscheidend, weil ein kommerzieller Fusionsreaktor nicht in Pulsen arbeiten kann, sondern rund um die Uhr laufen muss.
Wendelstein 7-X selbst wird niemals Fusionsenergie erzeugen (er arbeitet mit Wasserstoff, nicht mit dem fusionsfähigen Deuterium-Tritium-Gemisch). Seine Aufgabe ist der Nachweis, dass das Stellarator-Prinzip für den Dauerbetrieb geeignet ist. Diesen Beweis liefert er zunehmend überzeugend.
Gerade Wendelstein 7-X erfüllt eine bescheidene, aber entscheidende Rolle: Es soll nicht Energie erzeugen, sondern beweisen, dass ein Stellarator ein Plasma dauerhaft stabil halten kann. Seine wachsende Liste von Rekorden bei Temperatur und Einschlusszeit liefert genau diesen Beweis Stück für Stück. Als deutsches Vorzeigeprojekt der Fusionsforschung verbindet es Spitzentechnik mit jahrzehntelanger Geduld, denn allein der Bau dauerte ein Jahrzehnt und verlangte millimetergenaue Präzision. Wendelstein 7-X steht damit für die stille, unspektakuläre Grundlagenarbeit, ohne die der große Sprung zur Fusionsenergie niemals gelingen kann.
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