Ancillary Sword
Ancillary Sword setzt Ann Leckies Imperial-Radch-Trilogie fort und führt Breq als Flottenkapitänin nach Athoek Station.
Ann Leckies 'Ancillary Sword' erschien 2014 als zweiter Band der Imperial-Radch-Trilogie. Der Roman folgt auf 'Ancillary Justice', das 2014 den Hugo Award, Nebula Award, Arthur C. Clarke Award und weitere Preise gewann. Nach den Ereignissen des ersten Bandes erhält Breq ein Schiffskommando und wird nach Athoek Station entsandt, einem Ort mit Verbindungen zu Lieutenant Awns Vergangenheit.
Der Ton des Romans ist konzentrierter als im ersten Band. Statt einer weit ausgreifenden Rachegeschichte untersucht 'Ancillary Sword' die sozialen Strukturen eines imperialen Randgebiets. Auf Athoek geht es um Teeplantagen, Klassenunterschiede, Ausbeutung, Stationspolitik und die Art, wie das Radch-Imperium Gewalt in Verwaltung und Höflichkeit versteckt. Breq reagiert auf Ungerechtigkeiten mit einer Mischung aus militärischer Autorität, moralischer Ungeduld und maschineller Wahrnehmung.
Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen Breq, Schiffen und Stationen. Künstliche Intelligenzen haben in Leckies Welt Perspektiven, Vorlieben und Verletzbarkeiten, bleiben aber in Hierarchien eingebunden. Breq war einst Teil des Truppentransporters Justice of Toren und trägt diese Erfahrung in jede Begegnung mit anderen Systemen. Dadurch bekommt die Frage nach Personenstatus von KI eine soziale und emotionale Tiefe.
'Ancillary Sword' gewann den British Science Fiction Association Award und wurde für den Hugo Award nominiert. Der Roman zeigt, dass Leckies Space Opera ihre stärksten Effekte nicht nur aus Schlachten gewinnt. Macht sitzt in Sprache, Etikette, Zugriff auf Körper und scheinbar lokalen Wirtschaftsbeziehungen. Der zweite Band macht das Imperium kleiner sichtbar, und gerade dadurch präziser.
Der Athoek-Plot ist außerdem eine Studie über koloniale Normalität. Niemand muss permanent große Reden über Unterdrückung halten, weil die Ordnung in Arbeitsverhältnissen, Wohnbereichen, Höflichkeitsformen und wirtschaftlicher Abhängigkeit steckt. Breq erkennt diese Muster gerade wegen ihrer maschinischen Vergangenheit so scharf. Das macht 'Ancillary Sword' leiser als den ersten Band, aber politisch sehr konsequent.
Die Teeplantagen sind dabei kein dekoratives Detail. Tee ist im Radch ein kulturelles Prestigeobjekt, aber seine Produktion beruht auf lokalen Abhängigkeiten und unsichtbarer Arbeit. Leckie macht aus einem höflichen Getränk eine koloniale Spur. Breqs Eingreifen trifft deshalb nicht nur einzelne Täter, sondern die bequeme Selbstbeschreibung imperialer Zivilisiertheit.
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Ancillary Sword. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/ancillary-sword/ (abgerufen am 06.06.2026).
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